Ein Zoo mit Ausblick

Nach einem Ingrid-Samstag (Markt, Strand) sind wir gestern früh morgens zu einem Stefan-Sonntag aufgebrochen: wir waren im Zoo!

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Schon vor vier Jahren haben wir auf unserem damaligen Blog über den Taronga Zoo berichtet und geschwärmt von diesem „schönsten Zoo der Welt“. Wir wissen wovon wir reden, immerhin haben wir in allen Städten in denen wir waren, auch den lokalen Tierpark besucht. Für den Taronga Zoo haben uns gestern gleich eine Jahreskarte besorgt, und sind jetzt stolze „Friends of Taronga Zoo“.

Der Tierpark in Mosman (das ist der Stadteil, der gegenüber von Opernhaus und Stadtzentrum liegt, auf der anderen Seite des Hafens) ist beeindruckend. Schon die Anfahrt mit der Fähre und der Ausblick von der Sky Safari, der Seilbahn die die Besucher von der Anlegestelle zum Haupteingang bringt, haben es in sich. Im Zoo selbst tun sich immer wieder fantastische Ausblicke auf, hinüber zur Skyline, zum Opernhaus, zur Harbour Bridge und hinunter auf’s glitzernde Wasser in den blauen Buchten.

Das beste Panorama haben die Giraffen – nicht nur weil sie einen langen Hals haben (der übrigens auch nicht mehr Wirbel hat als der eines Menschen), sondern weil ihr Gehege einfach spektakulär gelegen ist.

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Die tierischen Publikumsmagnete im Taronga Zoo sind die Robben: Um ein Plätzchen für die Seal-Show zu ergattern, muss man schon eine gute halbe Stunde vor Beginn in der Arena sein. Wir haben die Show bereits vor 4 Jahren gesehen, und beschließen deshalb, unsere Zeit lieber in der begehbaren Voliere zu verbringen. Dort ist es ganz ruhig, kein Vogel zu sehen. Nur das Gezwitscher und Geträllere verrät, dass sich irgendwo zwischen den Bäumen und Büschen Vögel verstecken. Wir setzen uns auf eine Bank, und entspannen. Und je länger wir sitzen, desto mehr sehen wir: einen kunterbunten hühnerähnlichen Vogel, eine kleine Taube mit weißer Brust. Banks-Rabenkakadus, King Parrots und scheue Wachteln. Wunderbar wie viel man sieht, wenn man sich Zeit lässt.

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Dann geht es wieder hinaus in den wolkenlosen Nachmittag. Wir spazieren an Mr. Hobbs vorbei, einem Malaienbär, der von einem asiatischen Markt gerettet wurde. Und plötzlich sehen wir uns sozusagen selbst: Wer jemals an der Evolutionstheorie gezweifelt hat, braucht einfach nur die Gorillas im Taronga Zoo zu beobachten. Es geht kaum menschlicher. Der alte Patriarch sammelt die Karotten ein, die von den Pflegern ins Gehege geworfen werden. Er schichtet sie auf einen Haufen und beginnt bedächtig zu essen, gepflegter als so manch menschlicher Zeitgenosse. Nähert sich ihm ein jüngeres Tier aus dem Familienverbund, um am Festmahl teilzuhaben, wirft er ihm einfach nur einen abwertenden warnenden Blick zu, und schon ist klar: Geteilt wird nicht. Das Gorillababy sitzt auf dem Schoß der Mutter, schaut ihr bewundernd ins Gesicht und genießt die Streicheleinheiten. Und man hat tatsächlich das Gefühl, als würden die Tiere jedes Wort verstehen und auch jeden Blick genau zu deuten wissen.

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Unser Spaziergang führt uns weiter zum tasmanischen Teufel. Der ist ganz aktiv, und läuft geschäftig zwischen seiner Höhle und dem Plantschbecken hin und her. Auf den ersten Blick schaut das Tier ganz friedlich aus, aber wenn der Teufel seinen Mund aufreißt, dann werden lange scharfe Reißzähne freigelegt. Da kann sich Stefan noch so anstrengen, er ist keine wirkliche Konkurrenz…

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Australische Tiere haben etwas urzeitliches an sich, auch das Wombat (ein – wie der Name sagt – fassförmiges pelziges Tier mit fantastischen Wimpern, oder das Echidna, ein „größerer lustigerer Igel“ (O-Ton Stefan), der auf deutsch Ameisenigel heißt. Und dann sind da natürlich noch die Känguruhs, die eine australische Autorin wie folgt beschreibt: „Wären diese Genossen halbwüchsige Jugendliche, dann würde sich der Verdacht aufdrängen sie hätten sich gerade eine Bong geteilt.“ Die Roos, wie sie auf australisch genannt werden (Australier haben eindeutig eine Vorliebe für Abkürzungen), liegen ziemlich „bekifft“ da, und in ziemlich menschlichen Positionen.

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Die Vogelschau ist beeindruckend: Ein Kondor mit einer Flügelspannweite von über 3 Metern breitet seine Schwingen über uns aus, der Silberreiher spaziert elegant durch das Wasser und die Kakadus machen zur Abwechslung mal nicht nur Lärm, sondern eindrucksvolle Flugmanöver. Am besten ist aber der „Slammer“, der Schwarzbrust-Milan, der ein hartes Emu-Ei mit Hilfe eines Steins öffnet, den er immer wieder mit voller Wucht auf das Ei haut.

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Nach sieben Stunden im Zoo machen wir uns wieder auf den Weg zur Fähre – zwar haben wir noch nicht alles gesehen, aber wozu haben wir denn ein Jahresticket? Wir kommen wieder!

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