summer time… and the livin‘ is easy

Wie recht sie hat, die Ella Fitzgerald… Im Sommer fühlt sich das Leben so leicht an!  Und auch die zweite Zeile fish are jumpin‘ (die Fische springen) trifft zu auf das erste richtige Sommerwochenende (das glücklicherweise auch ein langes ist). Denn in South West Rocks sehen wir zum ersten Mal einen Wal nicht nur mit der Schwanzflosse schlagen, sondern sogar übermütig aus dem Wasser springen, um einen dicken fetten Bauchplatscher hinzulegen. Was für ein Spektakel!

Über’s Labour Day Weekend sind wir mit einer Gruppe von Freunden nach Norden gefahren. South West Rocks ist ein kleiner Küstenort an der Mid Nord Coast von New South Wales, rund 450 Kilometer und fünfeinhalb Stunden Fahrt von Sydney entfernt. Hier ist das Wasser bereits einladend warm, der Himmel blau, die Sonne sorgt für Sonnenbrand und die Wale spielen auf ihrer Rückreise in die Antarktis verrückt.

Der Samstagnachmittag und -abend vergeht wie im Flug, und ehe wir uns versehen geht schon die Sonntagssonne auf (natürlich liegen einige Stunden Schlaf zwischen Abend und Morgen). Stefan und ich machen uns kurz nach Sonnenaufgang (es ist wegen der Zeitumstellung ohnehin bereits nach 7 Uhr) im Pyjama und Flip Flops auf Entdeckungsspaziergang, und entdecken tatsächlich einen verwunschenen Pfad, dem wir einfach folgen müssen. Im Farn- und Palmenwald, der wie verwunschen scheint, suchen Kängurus sofort das Weite, wenn wir in ihre Nähe kommen. Der Weg steigt leicht an, und plötzlich eröffnen sich wunderbare Ausblicke auf Buschland, das Meer und Klippen, an denen sich die Wellen brechen.  Eine Känguru-Mama und ihr Baby genießen mit uns die Morgenstille. Auf der Wiese vor uns wächst das australische Pendant zum Edelweiß. Tausende blühende Büsche verströmen einen betörenden süßen Duft. Schwalben ziehen knapp über unseren Köpfen hinweg, und ein Kookaburra schaut uns lachend zu, als wir den Pfad entlang spazieren. Wir sind begeistert (so sehr, dass wir uns am Montag schon um 5:30 Uhr aus dem Bett bzw. dem Zelt quälen und uns wieder auf den Weg machen. Diesmal werden wir belohnt mit dem Sonnenaufgang und – springenden Walen!)

Den Samstag verbringen wir am Strand. Wir leihen uns ein Stand Up Paddle Board aus, paddeln hinaus auf’s Meer, versuchen Wellen zu erwischen von denen wir uns zurück an den Strand tragen lassen können und genießen die Wärme des Wassers. Salz auf der Haut, nasse Haare und die Füße im Sand: Untrügliche Zeichen dafür, dass der Sommer begonnen hat. Wir spielen Frisbee und Boccia am Strand, reden über wichtige und vor allem unwichtige Kleinigkeiten, trinken Bier und schauen hinaus auf den Horizont. Die Sonne geht unter, und wir entfachen ein ziemlich serious fire im Grill (so würden das die Aussies ausdrücken), versuchen im Dunkeln Spinnen und Kakerlaken zu erspähen und schlemmen uns quer durch köstliches Grillgemüse, Guacamole, Pico de Gallo, verschiedensten Fleischspezialitäten des örtlichen Metzgers, Folien-Süßkartoffeln, Chips, Dips, Marshmallows. Wir reden über Google, Red Bull, China, Persönlichkeitsrechte, Aliens, Drohnen, und eben über alles, was einem so einfällt am Lagerfeuer, bei reichlich Bier, Cider und Wein (und einem verdächtig grünen Coca Leaf Liquor  aus Holland).

Beim Zeltabbau sind wir inzwischen wettbewerbfähig, und so dauert es nach unserem Morgenspaziergang am Montag nicht lange, die Zelte abzubrechen und in unseren letzten „Urlaubstag“ zu starten. Bevor wir uns auf den Weg zurück nach Sydney machen, fahren wir hinüber ins Städtchen, gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück und köstlichen Kaffee und holen uns am nahezu menschenleeren Strand noch etwas Farbe (je nach Hauttyp bzw Herkunft eher rot oder braun – immerhin besteht unsere Gruppe aus 12 Menschen und 8 Nationalitäten: Mit von der Partie sind 1 Niederländer, 1 Slovake, 1 Österreicher, 1 Portugiese, 1 Thailänderin, 1 Mexikanerin, 2 Russen, 2 Italienerinnen und 2 Inder).

Der Sommer hat offiziell begonnen, und wir sind fest entschlossen, das Maximum rauszuholen aus den Wochenenden die uns bleiben in Australien. Auf die nächsten fünf Monate und die Abenteuer, die noch warten auf uns hier in Down Under!

South West Rocks heißt das verschlafene Dörfchen im Norden von New South Wales. Die 4.816 Menschen die hier leben, können jeden Tag diesen Ausblick genießen.
South West Rocks heißt das verschlafene Dörfchen im Norden von New South Wales. Die 4.816 Menschen die hier leben, können jeden Tag diesen Ausblick genießen.
Highlight für uns: Definitiv die springenden Wale. Die natürlich umso weiter draußen schwimmen, desto näher man die Kamera hat (Naturgesetz 1: Tiere sind extrem kamerascheu).
Highlight für uns: Definitiv die springenden Wale. Die natürlich umso weiter draußen schwimmen, desto näher man die Kamera hat (Naturgesetz 1: Tiere sind extrem kamerascheu).
Die Kängurus lassen sich schwerer beeindrucken. Solange man sie ignoriert (oder wenigstens glaubwürdig so tut als hätte man sie nicht bemerkt), lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
Die Kängurus lassen sich schwerer beeindrucken. Solange man sie ignoriert (oder wenigstens glaubwürdig so tut als hätte man sie nicht bemerkt), lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
Der Galah ist auch so ein Kandidat: Kaum zückt man die Kamera um die unglaublich reizvolle Farbkombi Rosa-Grau zu fotografieren, hebt der Papagei ab. Hier war Stefan schnell genug!
Der Galah ist auch so ein Kandidat: Kaum zückt man die Kamera um die unglaublich reizvolle Farbkombi Rosa-Grau zu fotografieren, hebt der Papagei ab. Hier war Stefan schnell genug!
Die drei Tage verbringen wir vor allem mit Entspannen. Einfach mal Dasitzen und  Nichtstun. Dazu kommt man im Alltag viel zu selten...
Die drei Tage verbringen wir vor allem mit Entspannen. Einfach mal Dasitzen und Nichtstun. Dazu kommt man im Alltag viel zu selten…
Zu einem guten Urlaub gehört auch... einfach mal ein kaltes Bier am Strand.
Zu einem guten Urlaub gehört auch… ein kühles Getränk am Strand. Und Slovaken sind tatsächlich die zuverlässigsten Bierlieferanten.
Die absolut perfekte Urlaubsbeschäftigung wenn's nach Ingrid geht: Spazierend die Umgebung entdecken. Idealerweise bei Sonnenauf- oder untergang.
Die absolut perfekte Urlaubsbeschäftigung wenn’s nach Ingrid geht: Spazierend die Umgebung entdecken. Idealerweise bei Sonnenauf- oder untergang.
Und wir sind nicht die einzigen, die die Morgenstunden geniessen. Dieses Känguru leistet uns Gesellschaft in der australischen Heidelandschaft.
Und wir sind nicht die einzigen, die die Morgenstunden geniessen. Dieses Känguru leistet uns Gesellschaft in der australischen Heidelandschaft.
Die Wiese, die stark an eine österreichische Alm (mit etwas komischer Vegetation) erinnert, steht in voller Blüte. Und je höher die Sonne steigt, desto stärker duftet es.
Die Wiese, die stark an eine österreichische Alm (mit etwas komischer Vegetation) erinnert, steht in voller Blüte. Und je höher die Sonne steigt, desto süßer duftet es.
Woran diese Blüte erinnert? Vielleicht nicht bei Sonnenaufgang im Gegenlicht, aber auf dem nächsten Bild bestimmt...
Woran diese Blüte erinnert? Vielleicht nicht bei Sonnenaufgang im Gegenlicht, aber auf dem nächsten Bild bestimmt…
Darf ich vorstellen? Das australische Edelweiß!
Darf ich vorstellen? Das australische Edelweiß!
Unglaublich reizvoll ist dieses Nebeneinander von Heide, Meer, Klippen...
Unglaublich reizvoll ist dieses Nebeneinander von Heide, Meer, Klippen…
...und einsamen Buchten und Stränden. Ein Wochenende wie im Bilderbuch!
…und einsamen Buchten und Stränden. Ein Wochenende wie im Bilderbuch!

Lang lebe die Queen!

Eigentlich ist sie ja am 21. April 1926 geboren – aber wer legt die Party schon genau auf den eigentlichen Geburtstag (der ja meistens nicht auf einen Freitag oder Samstag, sondern auf einen Arbeitstag fällt)? Und so wird hier in Australien immer am 2. Montag im Juni Queen’s Birthday gefeiert, und alle freuen sich mit der alten Dame, die als repräsentatives Staatsoberhaupt aller Commonwealth-Staaten für diesen arbeitsfreien Tag verantwortlich ist.

Unsere Pläne, über’s lange Wochenende wegzufahren, haben wir wegen Schlechtwetter-Prognosen, ausgebuchten Weingütern im Hunter Valley und allgemeiner Organisations-Unlust fallen gelassen. Doch die drei freien Tage haben wir auch in Sydney in vollen Zügen genossen. Wie gut es tut, sich einfach mal treiben zu lassen… Nix vorhaben, ausschlafen, Freunde treffen, ein spontanes Winter-BBQ auf dem Balkon und aus Versehen über eine Dampflok stolpern. Drohne-Fliegen üben, einen Schwanenbaby beobachten, sich beim Yum Cha von einem Chinesen beraten zu lassen. Und dazwischen Yoga, dampfender Tee, Wintersonnenstrahlen.

Während die meisten unserer Leserinnen und Leser den europäischen Sommer genießen, versuchen wir – so gut es geht – uns auf den australischen Winter einzustellen. Die Tage sind kurz, die Nächte kalt, und die Wohnung kühlt schön langsam aus. Von einem Tag auf den anderen ist ein (viel zu) warmer Herbst mit Temperaturen um die 25 Grad in einen kalten Winter umgeschlagen. Und obwohl das Thermometer „nur“ auf rund 10 Grad sinkt (am frühen Morgen), ist uns freeeeezing kalt. So schnell kann man sich an die Wärme gewöhnen! Doch nur noch zwei Wochen und schon dreht sich das Jahr wieder. Den kürzesten Tag des Jahres feiern wir auch in diesem Jahr wieder beim Winterfest in Katoomba. Wir freuen uns schon sehr darauf!

Flugtraining, die 2. - es ist tatsächlich nicht einfach, die Drohne auf Augenhöhe zu halten und sanft zu landen. Aber zum Glück haben wir im Centennial Park wenigstens genug Platz - und keine Klippen, Wälder, Felsen stehen im Weg. Bahn frei für unsere Drohne!
Flugtraining, die 2. – es ist tatsächlich nicht einfach, die Drohne auf Augenhöhe zu halten und sanft zu landen. Zum Glück haben wir im Centennial Park genug Platz – und keine Klippen, Wälder, Felsen, die uns im Weg stehen. Bahn frei für unsere Drohne!
Bis eine Schar schwarze Kakadus laut schimpfend knapp über uns hinwegzieht - denen ist unser surrender Vogel eindeutig nicht ganz geheuer!
Bis eine Schar schwarze Kakadus laut schimpfend knapp über uns hinwegzieht – denen ist unser surrender Vogel eindeutig nicht ganz geheuer!
Das Schwanenbaby lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, und noch weniger seine Mutter. Schwäne sind schwarz in Australien, wusstet ihr das schon?
Das Schwanenbaby lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, und noch weniger seine Mutter. Schwäne sind schwarz in Australien, wusstet ihr das schon?
Ein fast wolkenloser Winterhimmel lockt uns in den Royal National Park. Die Wanderung ist schön, aber der Winterwind richtig richtig kalt!
Ein fast wolkenloser Winterhimmel lockt uns in den Royal National Park. Die Wanderung ist schön, aber der Winterwind richtig richtig kalt!
Tschuuuf macht die Dampflok, die in der Central Station darauf wartet, loszustarten. Wenn der Dampf aus dem Schornstein fährt, dann springen die Menschen auf dem Bahnsteig zur Seite. Was für ein Lärm!
Tschuuuf macht die Dampflok, die in der Central Station darauf wartet, loszustarten. Wenn der Dampf aus dem Schornstein fährt, dann springen die Menschen auf dem Bahnsteig zur Seite. Was für ein Lärm!
Dem Lokomotivführer macht seine Arbeit sichtlich Spaß. Nicht jeden Tag kann man immerhin einen über hundert Jahre alten Zug die Gleise entlang jagen!
Dem Lokomotivführer macht seine Arbeit sichtlich Spaß. Nicht jeden Tag kann man immerhin einen über hundert Jahre alten Zug die Gleise entlang jagen!
...und beheizt wird natürlich mit Kohlen! Lieber Opa, diese Fotos sind für dich! Ganz schöne Grüße nach Schwertberg!
…und beheizt wird natürlich mit Kohlen! Lieber Opa, diese Fotos sind für dich! Ganz schöne Grüße nach Schwertberg!
Ein Feiertags-Yum-Cha ist immer drin. Im Vordergrund der Beginn unseres Schmauses - gedämpfte chinesische Teigtaschen, Chinese Brokkoli - im Hintergrund die Yum-Cha-Damen mit ihren Trolleys, von denen man sich schmackhafte Speisen aussuchen kann.
Ein Feiertags-Yum-Cha ist immer drin. Im Vordergrund der Beginn unseres Schmauses – gedämpfte chinesische Teigtaschen, Chinese Brokkoli – im Hintergrund die Yum-Cha-Damen mit ihren Trolleys, von denen man sich schmackhafte Speisen aussuchen kann.