Lazy Sunday oder Sonntag-Abend-Programm

Für alle, die unsere ewigen „Schön-Wetter-Status-Meldungen“ schon nicht mehr ertragen: heute morgen hat es in Sydney geschüttet wie aus Kübeln. Es gibt einen Ausspruch der besagt, dass es in Sydney nicht nur regnet (raining), sondern in Strömen gießt (pouring). Und dieser Spruch stimmt absolut. Wenn sich mal ein Schlechtwettertag einschleicht, dann staut sich das Wasser bald an den Gehsteigen. Kleine Bäche rinnen die Straßen hinunter, die Straßengräben verwandeln sich in Seen und der Wind bläst das Wasser direkt von der Dachrinne an’s nächste Fenster. Der Weltuntergang scheint nahe.

Die Regenpause zwischen 3 und 6 Uhr – so wie im Wetterbericht vorhergesagt – nutzen wir für einen Spaziergang am Strand. Der Wind fegt Wolken aus Sand über die Promenade, die Wellen brechen mit gewaltiger Wucht und alle Hunde- und Kinderbesitzer Bondis scheinen die trockenen Stunden am Strand zu verbringen.

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Jetzt zieht es bereits wieder zu, und wenn Sydneys Meteorologen Recht behalten, dann beginnt es in Kürze wieder zu schütten. Das Wetter wird dazu beitragen, die Quoten für einen neue Kochshow, die heute Abend zum ersten Mal ausgestrahlt wird, in die Höhe zu treiben. Nicht dass das nötig wäre: Kochshows scheinen hier in Down Under Kulturgut zu sein – und das obwohl Australien nahezu keine eigene Esskultur hat, sondern mal einfach von anderen Ländern zusammenklaut. An jeder Straßenecke gibt’s Sushi, ein Thai-Restaurant, einen Inder, einen Pizzaladen oder Fish & Chips. Aber was ist denn eigentlich das typisch australische Gericht? Ein Känguruh-Steak? Eher nicht, die wenigsten Australier essen Känguruh. Oft scheinen die Ozzies Zutaten willkürlich zu mixen, und manchmal kommt tatsächlich was gutes dabei raus. Zum Beispiel Stefans heißgeliebter Ozzie-Burger, nur echt mit: Hackfleisch-Leibchen, Käse, Zwiebel, einer Ananasscheibe, roten Rüben, Avocado-Creme und einem Spiegelei. Ja genau.

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Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) sind Kochshows hierzulande so beliebt wie sonst wohl nirgendwo. My Kitchen Rules, Masterchef oder einfach mal eine Stunde Jamie Oliver am Abend. Und heute debütiert ein neues Konzept von Masterchef: Girls vs. Boys. Zehn Frauen treten dabei gegen zehn Männer an. Beide Parteien müssen ein Dinner kreieren, das die Juroren vom Hocker haut. Seit Wochen läuft die Vorschau, und wir wissen bereits, dass sich die Frauen bereits beim Einkaufen nicht darauf einigen können, in welche Lebensmittel sie ihr Budget von 200 AUD am besten investieren (diese Szene wird am Ende wahrscheinlich auch der Höhepunkt der Sendung sein). Wir freuen uns schon sehr auf diesen Kampf der Geschlechter! Und wann kann man eine qualitativ hochwertige Sendung wie diese am besten genießen? Richtig. Wenn’s draußen schüttet.