Summer in the city…

Nein, wir waren nicht sehr fleißig mit dem Schreiben in den letzten Wochen, und das obwohl wir sehr viel erlebt haben! Aber die Besucher-Saison hat begonnen, und wir verbringen unsere Freizeit in den belebten Straßen der Stadt, an weißen Traumstränden, beim Bush-Walken, in Restaurants bei bisher unentdeckten Köstlichkeiten. Der Sommer hat Australien voll im Griff und genießen die Jahreszeit und die angenehmen Temperaturen in vollen Zügen. Während die Tennisspielerinnen und -spieler beim Australian Open in Melbourne Höchsttemperaturen ertragen mussten, ist das Thermometer in Sydney bisher auf höchstens 30 Grad geklettert. Die Abende sind lau, eine frische Meeresbrise sorgt  nachts für Abkühlung. Alles in allem – die perfekte Jahreszeit.

Sydney hat Hochsaison im Sommer, ein Festival jagt das nächste, es gibt eine ganze Reihe von Freiluftveranstaltungen. Australiens größte Opernstars treten bei der Opera in The Domain auf, und singen wirklich großartig. Doch am beeindruckendsten ist – vor allem für Ingrids Eltern, unsere aktuellen Gäste – die Atmosphäre. Hier zelebrieren die Australier ihre Picknickkultur, wenn sich die Picknickdecken biegen könnten, dann unter der Last von Lachsbrötchen, Dips und Gemüsesticks, Frittatas, selbstgemachtem Sushi, kalten Lamm- und Hühnerspießen, Salaten, Muffins, und Chips, Nüssen, Keksen, Schokolade. All das wird unter dem Sternenhimmel verspeist, und mit einem großen Schluck Prosecco, Wein oder Bier runtergespült.

Oper hier ist anders - wichtig sind nicht Opernglas und Abendrobe, sondern vor allem ein gut gefüllter Picknick-Korb. Da passen wir uns gerne an, und stoßen zu edlen Klängen mit einem edlen Südtiroler Tropfen an.
Oper hier ist anders – wichtig sind nicht Opernglas und Abendrobe, sondern vor allem ein gut gefüllter Picknick-Korb. Da passen wir uns gerne an, und stoßen zu edlen Klängen mit einem edlen Südtiroler Tropfen an.
Je später der Abend, desto schöner die Lieder. Und desto eindrucksvoller die Kulisse: Über uns gleiten geräuschlos die Flughunde, und hinter der Bühne leuchtet sich die Skyline.
Je später der Abend, desto schöner die Lieder. Und desto eindrucksvoller die Kulisse: Über uns gleiten geräuschlos die Flughunde, und hinter der Bühne leuchtet sich die Skyline.

Am nächsten Abend machen tausende Pferde die Innenstadt unsicher – die chinesische Community startet zusammen mit allen anderen Nationen in das Jahr des Pferdes. Eine Riesenparade ist der Höhepunkt der zweiwöchigen Chinese New Year Feierlichkeiten in Sydney. Am Umzug beteiligen sich Schulen, chinesische Vereinigungen, Restaurants, Politiker und Würdenträger, Medien und Unternehmen und im Prinzip die ganze Stadt. Wir sichern uns bereits eine Stunde vor Paradebeginn einen Platz an der George Street und bewundern chinesische Trachten, Kung Fu Meister und grazile Tänzerinnen.

2014 ist das Jahr des Pferdes - unter diesem Motto steht natürlich auch die Parade in der Innenstadt. Das Pferd steht nicht nur für Freiheits- und Bewegungsdrang, sondern auch für Stabilität - vor allem wenn es um's Finanzielle geht!
2014 ist das Jahr des Pferdes – unter diesem Motto steht natürlich auch die Parade in der Innenstadt. Das Pferd steht nicht nur für Freiheits- und Bewegungsdrang, sondern auch für Stabilität – vor allem wenn es um’s Finanzielle geht!
In den Straßen der Innenstadt versuchen Hunderttausend Schaulustige, die besten Plätze entlang den Absperrungen zu ergattern. Wir haben Glück, und die Chinesen vor uns sind klein, kein Problem also über ihre Köpfe hinwegzustaunen. Und wenn die Sicht doch nicht ganz so gut ist, muss man beim Fotografieren halt improvisieren...
In den Straßen der Innenstadt versuchen Hunderttausend Schaulustige, die besten Plätze entlang den Absperrungen zu ergattern. Wir haben Glück, und die Chinesen vor uns sind klein, kein Problem also über ihre Köpfe hinwegzustaunen. Und wenn die Sicht doch nicht ganz so gut ist, muss man beim Fotografieren halt improvisieren…
Die chinesischen Trachten sind farbenfroh und wunderschön. Und die Tänzerinnen bewegen sich altersunabhängig sehr grazil.
Die chinesischen Trachten sind farbenfroh und wunderschön. Und die Tänzerinnen bewegen sich altersunabhängig sehr grazil.

Zum Glück dauert er an, der australische Sommer. Denn wir haben noch lange nicht genug von Sonne, Strand und Freiluftveranstaltungen!

Welcome to the Silly Season!

30 Grad hat es draußen, und zum ersten Mal seit unserer Ankunft in Australien wissen wir die Kühle im Einkaufszentrum zu schätzen. Der Sommer ist da, die Temperaturen fallen auch nachts nicht mehr wesentlich, und wenn keine berufliche Verpflichtung wartet, dann schlüpfen wir morgens in unsere kurzen Hosen und streifen ein leichtes T-Shirt über. Wir erledigen unseren Einkauf bei Aldi (ja, den Discounter gibt es auch in Australien. Und es gibt teilweise sogar die gleichen Produkte wie beim Hofer in Hallein!), bleiben zur Abkühlung länger vor dem Kühlfach stehen, und summen mit: „Frosty, the Snowman, was a jolly happy soul…“

Hört sich seltsam an? Zugegebenermaßen, wir müssen uns uns auch noch gewöhnen an Christmas in Summer. Die Weihnachts-Schlager, die in Österreich ab November im Radio rauf- und runtergespielt werden, erklingen hier ganz genauso. Von Wham!’s Last Christmas über Mariah Careys All I want for Christmas bis hin zu Bryan Adams Christmas Time – wenigstens können wir auch in Down Under mitträllern zur Weihnachts-Schlager-Musik. Gewöhnungsbedürftiger sind der Christbaumschmuck an den Straßenlaternen, die mega-kitschigen Weihnachtsbäume auf öffentlichen Plätzen und die unzähligen aufblasbaren Santa Clauses (gibt’s eigentlich eine Mehrzahl zu Santa Claus?). Und dass Weihnachtsfeiern – vor allem Firmenfeiern – ausarten in Kostümparties, auf denen man je nach Motto entweder als Mr. Spock, Meerjungfrau oder Papagei erscheint, passt auch nicht so ganz in unser europäisches Verständnis von der „stillsten Zeit“ im Jahr. Wobei die Weihnachtszeit in Australien „silly season“ heißt, was wörtlich übersetzt „alberne Zeit“ bedeutet. Grund dafür ist das „vermehrte Aufkommen von sozialen Verpflichtungen, bei denen der großzügige Konsum von Alkohol üblich ist“.

Statt Glüh- gibt’s hier halt Weißwein. Aber auch abseits vom Alkohol brauchen wir uns um die festgerechte Versorgung zu Weihnachten keine Sorgen zu machen, und nein, liebe Omas, ihr müsst uns keine selbstgemachten Kekse schicken (obwohl die natürlich so viel besser wären!): Es gibt in Sydney eine reiche Auswahl an Weihnachtsstollen, Panettone, Nürnberger Lebkuchen, Schoko-Dominosteinen, Spekulatius, und unser Adventskalender beschert uns täglich ein kleines Stück Weihnachtsschokolade. Und was gibt’s als Hauptspeise am Heiligen Abend? Da wird uns wohl nix anderes übrig bleiben als ein köstliches Barbeque im Sonnenschein! Mit Weißwein, selbstverständlich.

Ho Ho Ho - die aufgeblasenen schwimmenden Santa Clauses sind ein fotogener Blickfang vor der Skyline Sydneys.
Ho Ho Ho – die aufgeblasenen schwimmenden Santa Clauses sind ein fotogener Blickfang vor der Skyline Sydneys.
Doch nicht nur von der schwimmenden Plattform, auch von allen Dächern und Balkonen grüßen die überlebensgroßen Weihnachtsmänner.
Doch nicht nur von der schwimmenden Plattform, auch von allen Dächern und Balkonen grüßen die überlebensgroßen Weihnachtsmänner.
Und alle machen fleißig mit beim Dekorieren für die Weihnachtszeit - aus den Restaurants lachen Nikolausmützen und Weihnachtskugeln.
Und alle machen fleißig mit beim Dekorieren für die Weihnachtszeit – aus den Restaurants lachen Nikolausmützen und Weihnachtskugeln.
Wer es etwas weniger kitschig mag... ;-) die rosaroten Gebilde auf der rechten Bildseite sind kleine Christbäume aus Puppen.
Wer es etwas weniger kitschig mag… ;-) die rosaroten Gebilde auf der rechten Bildseite sind kleine Christbäume aus Puppen.
Auch für Privatpersonen ist gesorgt: Wie in nördlicheren Landen werden Nadelbäume en masse angeboten - hier halt keine Tannen, sondern irgend eine exotische Form.
Wer sich rechtzeitig eine exotische Version eines Tannenbaums zulegen will, kann sich in fast jedem Obstgeschäft einen besorgen.
Und jedem Land seinen Weihnachtsschmuck - in Österreich werden Tannenzapfen an den Baum gehängt, in Australien bunte Vögel.
Jedem Land seinen Weihnachtsschmuck – in Österreich werden Tannenzapfen an den Baum gehängt, in Australien bunte Vögel.

 

In The Rocks hingegen, dem ältesten Stadtteil Sydneys, erinnert die Deko stark an Europa.
In The Rocks hingegen, dem ältesten Stadtteil Sydneys, schaut es schon fast europäisch aus, und die Deko ist auch entsprechend gemäßigt.
Und der Nikolaus kommt auch in Australien: statt Erdnüssen gibt's hier halt Macademia-Nuts und getrocknete Papaya.
Und der Nikolaus kommt auch in Australien: statt Erdnüssen gibt’s hier halt Macademia-Nuts und getrocknete Papaya.