Neuseeland, ein Abschlussbericht

4.5 Millionen Einwohner, 39 Millionen Schafe und 6 Millionen Kühe. Meer, Berge und Farnwälder. Farmland, (zur Zeit ziemlich trockene) Felder und Seen. Und Touristen ohne Ende.

Neuseeland ist ein Land der Vielfalt und deshalb faszinierend – vorausgesetzt man kommt nicht aus Europa! Obwohl uns die Reise durch Aotearo, wie das Land auf Maori heißt (lange weiße Wolke), gut gefallen hat, würden wir nicht auf die andere Seite der Welt fliegen, um hier wieder Urlaub zu machen. Denn Neuseeland ist dem, was wir von zu Hause aus kennen, einfach zu ähnlich.

Klar fährt man hier von Highlight (Tongariro Crossing! Durch die mondähnliche Landschaft an Vulkanen vorbei zu marschieren ist eine außergewöhnliche Wanderung) zu Highlight (Wir sind mit wilden Delphinen geschwommen, Video folgt!). Aber wenn wir daran denken, was in Europa vor unserer Haustür liegt – die Großglockner Hochalpenstraße, die Südtiroler Dolomiten, der Gardasee, italienische Städtchen mit Kopfsteinpflaster, Kultur Pur in Wien,… – dann ist Mitteleuropa tatsächlich ein Juwel der Vielfalt!

Nichtsdestotrotz, DANKE Neuseeland:

  • Für eine 20-km-Wanderung die uns gefesselt hat
  • Für das unglaubliche Gefühl mit einem wilden Delphin um die Wette zu schwimmen (und natürlich zu verlieren)
  • Für die Ausblicke über sanftes Hügelland vom Te Mata Peak
  • Für die schönsten Wälder die wir bisher gesehen haben, inklusive Moose und Farne auf jedem Baumstamm und am Boden
  • Für wilde Seebären und schlaue Keas, die uns als Butter-Diebe zum Lachen gebracht haben
  • Für Inspiration im vom Erdbeben 2011 schwer beschädigten Christchurch – toll wie eine solche Katastrophe die Fantasie und Kreativität der Einwohner fördern kann
  • Für sprudelnde heiße Quellen auf der geothermisch äußerst aktiven Nordinsel

Und vor allem auch dafür, uns die Augen geöffnet zu haben, wie wunderschön und besonders und faszinierend und wirklich “historic” Kultur und Natur in Europa sind!

Kea, Clown der Berge

Liebe Heidi, nachdem du in deinem Kommentar nachgefragt hast ob wir dem Kea schon begegnet sind – die Antwort ist ja! Und natürlich wollen wir euch die Geschichte des Kennenlernens nicht vorenthalten, liebe Leserinnen und Leser. Daher gibt es heute:

Eine Bildgeschichte in 8 Teilen, Titel: „Der Kea, Clown der Berge“
Eine Universum-Folge gab den Ausschlag, seitdem ist Stefan fasziniert von einem Papagei, der irgendwo in den Bergen Neuseelands leben soll, genauer gesagt dem einzigen alpinen Papagei - dem Kea. Diesen Vogel kann man ausschließlich in Neuseeland finden, und es ranken sich die wildesten Legenden um ihn. Schlau soll er sein, verspielt und frech. Natürlich folgen wir den Geschichten die sich um ihn ranken, und fahren hoch hinauf in die Berge der Südinsel, über den Arthur's Pass, hindurch durch Nebelschwaden und einem Meer aus blauen Blumen, halten Ausschau und versuchen ihn zu sichten.
Eine Universum-Folge gab den Ausschlag, seitdem ist Stefan fasziniert von einem Papagei, der irgendwo in den Bergen Neuseelands leben soll, genauer gesagt dem einzigen alpinen Papagei, dem Kea. Es ranken sich die wildesten Legenden um diesen Vogel, schlau soll er sein, verspielt und frech. Natürlich ist unser Entdeckerinstinkt geweckt, und wir fahren hoch hinauf in die Berge der Südinsel, zum Arthur’s Pass (der dann so hoch auch wieder nicht liegt, die 740 Meter Meereshöhe erreichen wir relativ schnell), hindurch durch Nebelschwaden und einem Meer aus blauen Blumen und halten Ausschau nach diesem super-intelligenten Vieh.
Zuerst sehen wir die Schilder: "Ein gefütterter Kea ist ein toter Kea." Das leuchtet ein, und wir sind die letzten, die Wildtiere mit für sie schädlichen Lebensmitteln füttern wollen (Ausnahme sind die Gelbhaubenkakadus in Sydney - doch wir stellen sicher, immer einen "gesunden" Snack, sprich Sonnenblumenkerne, in der Tasche zu haben, nur ja kein Brot!). Doch bevor wir überhaupt vor dieses Dilemma gestellt werden - Füttern oder Nicht-Füttern, das ist hier die Frage! - müssen wir ihn erst einmal finden, den Kea!
Zuerst sehen wir die Schilder: „Ein gefütterter Kea ist ein toter Kea.“ Das leuchtet ein, und wir sind die letzten, die Wildtiere mit für sie schädlichen Lebensmitteln füttern wollen (Ausnahme sind Sydneys Gelbhaubenkakadus – aber auch hier stellen sicher, immer einen „gesunden“ Snack, sprich Sonnenblumenkerne, in der Tasche zu haben, kein Brot!). Doch bevor wir überhaupt vor das Dilemma gestellt werden – Füttern oder Nicht-Füttern, das ist hier die Frage! – müssen wir ihn erst einmal finden, den Kea!
Was für ein Glück, dass Ingrid kurz vor dem Pass unbedingt mal anhalten muss. Auf dem Weg zu den örtlichen Toiletten begegnet uns nämlich - unser erster Kea! Dieser ist erstaunlich scheu, evt. weil wir nur eine Kamera, aber keine ungesunden Köstlichkeiten zur Hand haben?
Was für ein Glück, dass Ingrid kurz vor dem Pass unbedingt mal anhalten muss. Auf dem Weg zur örtlichen Toilette begegnet uns nämlich – unser erster Kea! Dieser ist erstaunlich scheu, evt. weil wir nur eine Kamera, aber keine ungesunden Köstlichkeiten zur Hand haben?
Die Kaffeepause auf dem Arthur's Pass erweist sich dann als äußerst aufregend und kurzweilig. Es flattert, raschelt und rummms: Landen zwei (sehr schnelle, wie auf dem Bild ersichtlich ist) Keas auf dem Geländer der Terasse.
Die Kaffeepause auf dem Arthur’s Pass erweist sich dann als äußerst aufregend und kurzweilig. Es flattert, raschelt und rummms: Landen zwei (sehr schnelle, wie auf dem Bild ersichtlich ist) Keas auf dem Geländer der Terasse.
Keas sind äußerst neugierig und lernfähig: Der Papagei kann logische Rätsel lösen, arbeitet mit anderen Keas zusammen und kann Werkzeuge herstellen und benutzen um an Futter zu kommen.
Keas sind äußerst neugierig und lernfähig: Der Papagei kann logische Rätsel lösen, arbeitet mit anderen Keas zusammen und kann Werkzeuge herstellen und benutzen um an Futter zu kommen.
Vor allem aber nutzt er die Naivität begeisterter Touristen: Als uns unser Dattelgebäck zusammen mit einer kleinen Schachtel Butter serviert wird, hüpft der Kea ganz aufgeregt näher. Unerfahren wie wir sind, bringen wir natürlich das Gebäck in Sicherheit - während es der Vogel auf die so viel schmack- und nahrhaftere Butter abgesehen hat. Bevor wir reagieren können, ist der Vogel mit der Butter verschwunden, und schleckt das Schächtelchen in einigen Metern Entfernung genüsslich aus.
Vor allem aber nutzt er die Naivität begeisterter Touristen: Als uns unser Dattelgebäck zusammen mit einer kleinen Schachtel Butter serviert wird, hüpft der Kea ganz aufgeregt näher. Unerfahren wie wir sind, bringen wir das Gebäck in Sicherheit – und bemerken erst zu spät, dass es der Vogel auf die so viel schmack- und nahrhaftere Butter abgesehen hat! Bevor wir reagieren können, ist der Vogel mit der Butter verschwunden, und schleckt das Schächtelchen in einigen Metern Entfernung genüsslich aus. Nebenwirkung: Weil der Kea durch das Zusammenleben mit dem Menschen so viel einfacher an Essen kommt als in der freien Wildbahn, hat er auch viel mehr Zeit um Dinge zu erforschen, zu erlernen und zu entdecken. Zum Beispiel wie man am effektivsten Butter stiehlt!
Die Kellnerin versorgt uns unverzüglich mit neuer Butter und der Kea Gun (Kea-Waffe). Klingt gefährlich, ist aber einfach eine große Senftube mit Wasser gefüllt. Den Strahl mag der Kea überhaupt nicht, und es genügt, die "Waffe" in die Hand zu nehmen. Sofort wendet der Kea uns völlig unschuldig und uninteressiert an der Butter den Rücken zu.
Die Kellnerin versorgt uns unverzüglich mit neuer Butter und der Kea Gun (Kea-Pistole). Klingt gefährlich, ist aber einfach eine große Senftube mit Wasser gefüllt. Den Strahl mag der Kea überhaupt nicht, und es genügt, die „Waffe“ in die Hand zu nehmen. Sofort wendet der Kea uns völlig unschuldig und uninteressiert an der Butter den Rücken zu.
Für Touristen eine Attraktion, für Einheimische die Pest: Denn der Papagei hasst Langeweile. Und nimmt deshalb Autos oder Garagentüren unter die Lupe, zupft Gummidichtungen aus den Fenstern, "entführt" kleine Gegenstände wie Schlüssel und tut einfach alles, um seinem Ruf als lernfähiger und höchstintelligenter Clown der Berge gerecht zu werden... Und er schaut dabei auch noch verdammt gut aus, mit seinem olivgrünen Gefieder und den orange-gelben Federn unter den Flügeln!
Für Touristen eine Attraktion, für Einheimische die Pest: Denn der Papagei hasst Langeweile. Und nimmt deshalb Autos oder Garagentüren unter die Lupe, zupft Gummidichtungen aus den Fenstern, „entführt“ kleine Gegenstände wie Schlüssel und tut einfach alles, um seinem Ruf als lernfähiger und höchstintelligenter Clown der Berge gerecht zu werden… Und er schaut dabei auch noch verdammt gut aus, mit seinem olivgrünen Gefieder und den orange-gelben Federn unter den Flügeln!