Aus der Vogelperspektive

Das Land der Pitjantjatjara ist beeindruckend, vor allem aus der Vogelperspektive. Wir haben die Gelegenheit genutzt und im menschenleeren Zentrum Australiens Stefans neue Drohne ausprobiert. Auf den ersten Blick scheint es ein Nachteil zu sein wenn man nicht sieht, was genau die an der Drohne montierte Kamera gerade filmt. Aber wie früher beim Entwickeln von analogen Foto-Filmrollen ist die Überraschung – und die Freude – danach dann doppelt so groß. Und wir wollen euch die unglaubliche Landschaft, rote Erde, blühende Desert Heath Myrtle Sträucher und den Sonnenaufgang natürlich nicht vorenthalten. Genießt die Show! :-)

…wie in einer Fata Morgana

Fast vier Fahrtstunden entfernt von Yulara gibt es eine Naturwunder der ganz besonderen Art. Auf die Frage, wie man den Kings Canyon am besten beschreiben könnte für diesen Blogeintrag, sagt Stefan wie aus der Pistole geschossen: „Es ist eine Oase. Eigentlich ist es wie eine Fata Morgana, weil der Canyon mit seinen Felsen, Klippen und Wasserlöchern so gar nicht in die Wüste passt.“ Und diese Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf!

Wissenschaftlich gesprochen ist der Kings Canyon ein Tal, das vor über 400 Jahren durch zwei verschiedene Arten Sandstein geschnitten wurde: Auf einem sanft ansteigenden Tal dessen Basis Carmichael Sandstein ist türmen sich die bis zu 30 Meter hohen Klippen aus Mareenie Sandstein. Während sich oben auf den Klippen Kuppeln aus Sandstein türmen, die in ihrer Form sehr an die Trulli, die traditionellen Rundhäuser in Apulien erinnern, liegt unten in der Schlucht der Garden of Eden. Dort wachsen hellgrüne Farne, quaken Frösche, fließt ein klarer Bach zwischen den Felsen hindurch.

Die Gegend um den Kings Canyon ist außergewöhnlich, und es ist sehr schade, dass wir mit einer organisierten Tour hier sind und nicht mit unserem eigenen fahrbaren Untersatz. Zwar ist es verständlich, dass die Guides von AAT Kings ihre Zeitvorgaben einhalten müssen – schließlich passen 60 Menschen in den Reisebus. Aber es geht viel  von dem Erlebnis verloren, wenn nach 20 Minuten Frühstück auf der Kamelfarm (Ja genau, hier im Outback lebt mit über einer Million Tieren die größte wilde Kamelpopulation der Welt! Und von der Kings Creek Station, der Farm die sich über 1.800 Hektar erstreckt, werden die eingefangenen Kamele in die ganze Welt exportiert), drei Stunden Wandern, 50 Minuten Mittagessen genau zehn Minuten Foto-Pause bleiben, um den markanten Mt. Connor zu fotografieren…

Nichtsdestotrotz: Der Kings Canyon Rim Walk ist ein Naturschauspiel das man gesehen haben muss, wenn man sich zufällig im Zentrum Australiens aufhält. Um unseren Ausflug ins rote Herz zusammenzufassen: Der Uluru ist Weltnaturerbe, das Wahrzeichen der roten Wüste und Australien pur – einmalig. Die Kata Tjutas sind wunderschön, eben weil die meisten Besucherinnen und Besucher gar nicht wissen, dass es neben dem Uluru auch noch ein Bergmassiv mit 36 Kuppeln gibt – überraschend. Der Kings Canyon hat durchaus Potential, zum geheimen Star einer Reise ins Outback zu werden – weltklasse!

Willkommen im Outback! Im 19. Jahrhundert wurden die Kamele aus Arabien, Indien und Afghanistan importiert. Hier sollten sie als Transporttiere beim Bau einer Telegraphenleitung genutzt werden. Womit keiner gerechnet hatte: Die Tiere vermehrten sich - mangels natürlicher Feinde - rasant, heute gibt es rd. eine Million wilde Kamele im Outback
Willkommen im Outback! Im 19. Jahrhundert wurden die Kamele aus Arabien, Indien und Afghanistan importiert. Hier sollten sie als Transporttiere beim Bau einer Telegraphenleitung genutzt werden. Womit keiner gerechnet hatte: Die Tiere vermehrten sich – mangels natürlicher Feinde – rasant, heute gibt es rd. eine Million wilde Kamele im Outback
Wir fahren knapp vier Stunden von Yulara zum Kings Canyon, quer durch's Outback. Der Highway hier mag nicht mit den großen Autobahnen dieser Welt vergleichbar sein - aber seinen Zweck erfüllt er allemal!
Wir fahren knapp vier Stunden von Yulara zum Kings Canyon, quer durch’s Outback. Der Highway hier mag nicht mit den großen Autobahnen dieser Welt vergleichbar sein – aber seinen Zweck erfüllt er allemal!
Bei Temperaturen von über 36 Grad Celsius darf man sich nach 9 Uhr morgens nicht mehr auf den Rim Walk begeben. Zu heiß wird's auf den Felsen, es gibt kein Wasser und Touristen sind die australische Hitze ohnehin nicht gewohnt. Und der lokale Ranger hat besseres zu tun, als Bergrettung zu spielen...
Bei Temperaturen von über 36 Grad Celsius darf man sich nach 9 Uhr morgens nicht mehr auf den Rim Walk begeben. Zu heiß wird’s auf den Felsen, es gibt kein Wasser und Touristen sind die australische Hitze ohnehin nicht gewohnt. Und der lokale Ranger hat besseres zu tun, als Bergrettung zu spielen…
Die ersten 500 Stufen, die hinauf führen auf die Klippen sollen eigentlich die Spreu vom Weizen trennen. Falls sich trotzdem jemand überschätzt gibt's am Kings Canyon Rim Walk vier Notfall-Radios - denn nach Empfang am Handy sucht man mitten im tiefsten Outback vergeblich!
Die ersten 500 Stufen, die hinauf führen auf die Klippen sollen eigentlich die Spreu vom Weizen trennen. Falls sich trotzdem jemand überschätzt gibt’s am Kings Canyon Rim Walk vier Notfall-Radios – denn nach Empfang am Handy sucht man mitten im tiefsten Outback vergeblich!
Einmal oben auf dem Berg angekommen, fasziniert nicht nur die Aussicht ins scheinbar unendliche Tal...
Einmal oben auf dem Berg angekommen, fasziniert nicht nur die Aussicht ins scheinbar unendliche Tal…
Auch die immer wechselnden Landschaften sind unbeschreiblich schön. Diese Sandsteinhaufen erinnern in ihrer Form an an die Trulli, die Steinhäuser in Apulien.
Auch die immer wechselnden Landschaften sind unbeschreiblich schön. Diese Sandsteinhaufen erinnern in ihrer Form an an die Trulli, die Steinhäuser in Apulien.
Und dieser rote Steinboden  ist eigentlich ein riesiges Fossil. Denn auch wenn man es heute nicht mehr glauben mag: Hier war früher Meer, und diese Wellenformen sind versteinerter Meeresboden.
Und dieser rote Steinboden ist eigentlich ein riesiges Fossil. Denn auch wenn man es heute nicht mehr glauben mag: Hier war früher Meer, und diese Wellenformen sind versteinerter Meeresboden.
Zur Innenseite des Canyons, der die Form eines Hufeisens hat, fallen steile Klippen ab. Die schwarzen Streifen zeigen an, wo nach starken Regenfällen das Wasser abfließt. Achtung Suchbild: wer findet die Wanderer?
Zur Innenseite des Canyons, der die Form eines Hufeisens hat, fallen steile Klippen ab. Die schwarzen Streifen zeigen an, wo nach starken Regenfällen das Wasser abfließt. Achtung Suchbild: wer findet die Wanderer?
Und dann führt der Weg plötzlich die Felsen entlang nach unten, man hangelt sich an Baumspitzen vorbei und hört tief unten Wasser plätschern.
Und dann führt der Weg plötzlich die Felsen entlang nach unten, man hangelt sich an Baumspitzen vorbei und hört tief unten Wasser plätschern.
Am Fuß der Klippen wartet der Garten Eden auf uns, komplett mit Farnen, Eukalyptusbäumen, blühenden Sträuchern, Vögeln und Fröschen und einem klaren See, in dem sich der wolkenlose Himmel spiegelt.
Am Fuß der Klippen wartet der Garten Eden auf uns, komplett mit Farnen, Eukalyptusbäumen, blühenden Sträuchern, Vögeln und Fröschen und einem klaren See, in dem sich der wolkenlose Himmel spiegelt.
Zu idyllisch, um wahr zu sein? Stimmt - nämlich wenn man hinter die Kulissen schaut. Es ist hier zwar relativ still (weil jeder so mit Schauen beschäftigt ist), aber mit uns wandern 40 weiter Touristen, die im gleichen Bus angereist sind.
Zu idyllisch, um wahr zu sein? Stimmt – nämlich wenn man hinter die Kulissen schaut. Es ist hier zwar relativ still (weil jeder so mit Schauen beschäftigt ist), aber mit uns wandern 40 weiter Touristen, die im gleichen Bus angereist sind.
Auf der Heimfahrt dann noch ein (vor)letztes Highlight: In der Ferne erhebt sich hinter Spinifex-Gräsern und rotem Sand der Mt. Connor, der von vielen Touristen mit dem Uluru verwechselt, und deshalb auch Fooluru genannt wird (to fool someone heisst soviel wie jemanden zum Narren halten, jemanden täuschen).
Auf der Heimfahrt dann noch ein (vor)letztes Highlight: In der Ferne erhebt sich hinter Spinifex-Gräsern und rotem Sand der Mt. Connor, der von vielen Touristen mit dem Uluru verwechselt, und deshalb auch Fooluru genannt wird (to fool someone heisst soviel wie jemanden zum Narren halten, jemanden täuschen).
Und das ist das wirklich letzte Highlight: Die Desert Pea wächst in dieser ganz und gar unwirtlichen Gegend und begeistert uns mit ihrem diabolischen Aussehen.
Und das ist das wirklich letzte Highlight: Die Desert Pea wächst in dieser ganz und gar unwirtlichen Gegend und begeistert uns mit ihrem diabolischen Aussehen.