Alles hat ein Ende…

Über 8.500 gefahrene Kilometer, 37 Tage, 2 australische Bundesstaaten, sieben Nationalparks, 3 “Camping-Pausen-Übernachtungen” in Hotels und 11.117 Fotos (unsortiert)…
Unsere Reise durch Western Australia und das Northern Territory geht dem Ende zu, und in neun Tagen haben wir schon wieder europäischen Boden unter den Füßen. Noch ist es zu früh, die Eindrücke zusammen zu fassen (und im Moment sind wir auch ganz damit beschäftigt, unseren viertägigen Zwischenstop in Singapur zu planen).
Aber soviel ist gewiss: Diese Reise war ein einmaliges Erlebnis, eine Reise die uns bereichert hat, auf der wir viel über uns und diesen wunderbaren Kontinent Down Under gelernt haben, und eine notwendige Auszeit vom Alltag.
Wir werden unsere Reise von Perth nach Darwin natürlich noch einmal zusammenfassen in den nächsten Wochen, aber zuerst brauchen wir Zeit unsere Fotos, Notizen und Gehirne zu ordnen.

Deshalb ist dieser Bericht auch ganz den Tagen gewidmet, die hinter uns liegen.
Wir haben nach unserer wunderschönen Bootstour mit Greg am Lake Argyle die Grenze überquert. Seltsam für uns verwöhnte Europäer, die in fünf Stunden fünf Grenzen überqueren können, ohne einmal nach dem Pass gefragt zu werden. Denn plötzlich steht da mitten im Nirgendwo ein Grenzposten (der jetzt in der Wet Season allerdings nicht besetzt ist), an dem man anhalten und sich zwar nicht ausweisen, aber alle frischen Lebensmittel – sprich: Obst und Gemüse – entsorgen muss. Wir essen zwar Salat und Äpfel brav auf bevor wir Western Australia verlassen, schmuggeln aber unwissentlich einen Pfirsich über die Grenze. Um der gefürchteten Fruchtfliege, die es im Northern Territory noch nicht gibt, keine Chance zu geben, wickeln wir den Pfirsich in Katherine in ein Plastiksackerl und werfen ihn in den Müll (der Pfirsich wäre allerdings ohnehin bereits ungenießbar gewesen – die Hitze im Camper hat ihn einfach dorren lassen).

Danke für die schöne Zeit Western Australia! Und ab geht's über die "Grenze" in's Northern Territory...
Danke für die schöne Zeit Western Australia! Und ab geht’s über die „Grenze“ in’s Northern Territory…

Unser erster Stopp im Northern Territory ist Katherine. Doch leider sind die Hot Springs, von denen die Krankenschwestern in Derby so geschwärmt haben, geschlossen. Nicht wegen Dürre, Überflutung oder Krokodilen – nein, die Quellen werden gereinigt! Wir sind inzwischen ja an CLOSED Schilder allerorten gewöhnt, und nachdem wir schon tausende Kilometer auf dem Buckel haben, machen diese paar auch nichts mehr aus. Und so fahren wir eine Stunde nach Süden Richtung Alice Springs, um in Mataranka in den Hot Pools zu plantschen. Diese sind spektakulär blau und spektakulär vereinsamt. Wo in der Dry Season hunderte Touristen aufeinander sitzen, sind wir schon wieder ganz alleine und nutzen die Zeit um Sprung- und Schwimmbilder zu machen.

Blau, blau, blau ist der Pool im Wald... Und wir haben das Schwimmbecken wieder einmal ganz für uns allein!
Blau, blau, blau ist der Pool im Wald… Und wir haben das Schwimmbecken wieder einmal ganz für uns allein!

Doch noch besser als der Pool sind die Bitter Springs: Ein Bach mitten im Wald, der auf den ersten Blick zwar schwarz ausschaut  (wegen des Seegrases, das am Grund wächst), sich bei genauerem Hinschauen aber als unglaublich klarer Wasserlauf entpuppt. Und das beste? Man steigt in den Fluss ein, lässt sich rund 300 Meter von der Strömung treiben, und kann dann über Treppen wieder aus dem Bach klettern. Wunderbar!

Einfach so in einen Bach im Urwald zu schwimmen ist schon etwas unheimlich. Aber sobald wir im Wasser sind so schön!
Einfach so in einen Bach im Urwald zu schwimmen ist schon etwas unheimlich…

Am folgenden Tag machen wir Touristenprogramm und eine eher langweilige Bootstour durch die Katherine Gorge, bevor es weiter geht hinauf in den Kakadu National Park. Als wir am Morgen aufwachen, regnet es, und die Wolken scheinen ziemlich permanent: Kakadu Schnürlregen…

In Katherine ist das Wetter noch schön und wir tuckern durch die lokale Gorge, die zwar ganz nett ist, uns aber nach den Schluchten die wir bereits erwandert haben, nicht mehr vom Hocker stößt.
In Katherine ist das Wetter noch schön und wir tuckern durch die lokale Gorge, die zwar ganz nett ist, uns aber nach den Schluchten die wir bereits erwandert haben, nicht mehr vom Hocker stößt.
Schwarze Wolken, Regenzeit. Zum Glück haben wir wie die Schnecke unser Haus immer mit dabei...
Und dann Kakadu. Schwarze Wolken, Regenzeit. Zum Glück haben wir wie die Schnecke unser Haus immer mit dabei…
Unangenehme Nebenerscheinung des Regens: Die herrliche Abkühlung weckt die Lebensgeister in den Schlangen. Und wenn die Campingplatz-Verwaltung von Schlangen spricht, dann meint sie meterlange Pythons...
Unangenehme Nebenerscheinung des Regens: Die herrliche Abkühlung weckt die Lebensgeister in den Schlangen. Und wenn die Campingplatz-Verwaltung von Schlangen spricht, dann meint sie meterlange Pythons…

Wir setzen uns ins Auto und tun, was man am besten tut bei Regen, nämlich einfach mal weiter fahren Richtung Sonnenschein. Pünktlich zum Mittagessen kommen wir in Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory, an und genehmigen uns in einem asiatischen Restaurant erstmal eine wärmende Laksa (nicht dass es kalt wäre! Hier hat es trotz Regen Temperaturen um ca. 30 Grad, aber die malaysische Kokosnuss-Suppe gehört zu unseren absoluten Lieblingsspeisen.). Dann decken wir uns mit Kaffee, Schokolade und einem Singapur Reiseführer ein, und machen es uns im Camper gemütlich.

Ein Fläschchen Wein muss her um uns den verregneten Nachmittag im Camper zu versüßen. Und so schaut ein australischer "Drive Through Bottle Shop" aus. Wer genau weiß was er will kann einfach nur im Auto sitzen bleiben...
Ein Fläschchen Wein muss her um uns den verregneten Nachmittag im Camper zu versüßen. Und so schaut ein australischer „Drive Through Bottle Shop“ aus. Wer genau weiß was er will kann einfach nur im Auto sitzen bleiben…

Darwin muss erst noch entdeckt werden, wir haben ja noch drei Tage dort, aber das was wir sehen, ist ziemlich ambivalent. Die Parap Märkte sind ein Hit – wir fühlen uns zurückversetzt nach Indonesien, und wenn wir es nicht besser wüssten würden wir schwören dass wir in Ubud sind. Hier gibt’s exotische Früchte, südostasiatische Essensstände, nicht identifizierbare Süßspeisen aus klebrigem Reis und eine alte thailändische Oma, die die seltsamsten Gewürze in ihrem Mörser verarbeitet.

Australien oder Indonesien? Die Nähe zu Bali ist hier unübersehbar...
Australien oder Indonesien? Die Nähe zu Bali ist hier unübersehbar…

Sehr surreal auch die Fischfütterung: Hunderte Fische schwimmen um unsere Beine als wir Brotstücke ins Wasser halten, mondförmige Fische tauchen plötzlich aus der Tiefe auf und wir wissen nicht recht was wir von dieser Institution Darwins (Fish Feeting at Doctor Gully) halten sollen.

Eine Darwiner Institution: die Fischfütterung bei High Tide (Flut).
Eine Darwiner Institution: die Fischfütterung bei High Tide (Flut).
Und plötzlich taucht er aus der Tiefe aus...
Und plötzlich taucht er aus der Tiefe auf…
Der MONDFISCH! Wenigstens nennen wir ihn so, weil er uns wirklich etwas an den Vollmond erinnert :-)
Der MONDFISCH! Wenigstens nennen wir ihn so, weil er uns wirklich etwas an den Vollmond erinnert :-)

Am Nachmittag fahren wir in den Crocodylus Park, und während die Croc Show, Fütterung und die Baby-Crocs ganz cool sind, ist der Rest des Parks ein Schock. Hier hat der Besitzer einer Krokodil-Farm, auf der Krokodile gezüchtet werden zur Fleisch- und Lederherstellung, wohl versucht, ganz nebenbei auch einen Zoo aufzuziehen. Zu Krokodilhaltung kann man stehen wie man will (im Prinzip gleicht das Ganze sehr einem Kuhstall, nur dass diese Tiere halt etwas gefährlicher sind). Aber dass hier Strauße auf engstem Raum gehalten werden, Tiger in ganz kleinen Gehegen vegetieren und eine majestätische Hawksbill Schildkröte in einem lächerlich kleinen und seichtem Schwimmbecken ein sehr trauriges Bild abgibt, veranlasst uns dazu, den Park auf der Stelle zu verlassen.

Tags darauf versuchen wir unser Glück nochmal im Kakadu National Park. Leider ist hier während der Regenzeit tatsächlich fast jede Zufahrt geschlossen. Die zugänglichen Felsmalereien sind aber der Hit – hier haben sich tatsächlich Aboriginal-Künstler ausgetobt.

Felsmalereien aus unterschiedlichen Epochen: Während diese Jagdszene sehr einfach gehalten ist...
Felsmalereien aus unterschiedlichen Epochen: Während diese Jagdszene sehr einfach gehalten ist…
...finden wir in dieser Darstellung von Figuren aus verschiedenen Legenden immer wieder neue Details.
…finden wir in dieser Darstellung von Figuren aus verschiedenen Legenden immer wieder neue Details.
Herrlich, so ein weiter Horizont!
Der Blick vom Lookout ist auch nicht von schlechten Eltern. Herrlich, so ein Horizont!

Für den nächsten Morgen buchen wir eine Yellow Waters Boat Tour. Aboriginal Guide Dennis ist eine Fundgrube an altem Wissen, kennt alle Tiere und Geschichten, weiß wie man Lotuswurzeln in krokodilverseuchten Gewässern sammelt, erzählt uns vom Punishment Tree (als Kind wurden er und seine Freunde von den Community-Ältesten oft dorthin geschickt zum Spielen, und seltsamerweise plagte die Kinder nach diesen Ausflügen ein beinahe unerträglicher Ausschlag. Erst als junger Erwachsener und frischgebackener Vater wurde Dennis eingeweiht: Die Blätter dieses Baums verursachen ein starkes Jucken, und wenn Kinder ungehorsam sind, werden sie als Strafe zum Baum “zum Spielen” geschickt) und vom Gelbhauben-Kakadu, der auf seinem Seitenspiegel sitzend mit ihm nach Hause gefahren war.

Ein perfekter Start in den Morgen! Nach mehreren eher grauen Erwachen lacht pünktlich zu unserer Bootstour die Sonne vom Himmel und auf das Yellow Water Billabong.
Ein perfekter Start in den Morgen! Nach mehreren eher grauen Erwachen lacht pünktlich zu unserer Bootstour die Sonne vom Himmel und auf das Yellow Water Billabong.
Wir gleiten durch scheinbar endlose Lotusfelder...
Wir gleiten durch scheinbar endlose Lotusfelder…
...und dieser Jabiru, der australische Storch, lässt sich von unserem Boot auch nicht aus der Ruhe bringen (das ist übrigens ein Weibchen, identifizierbar durch die "Goldaugen". Die Augen der Männchen sind ganz schwarz.)
…und dieser Jabiru, der australische Storch, lässt sich von unserem Boot auch nicht aus der Ruhe bringen (das ist übrigens ein Weibchen, identifizierbar durch die „Goldaugen“. Die Augen der Männchen sind ganz schwarz.)

Dennis erzählt auch von den Krokodilen, die in diesem Billabong leben, zwischen 70 und 90 Jahre alt werden, und jede Vibration im Umkreis von Kilometern sofort mitkriegen. Vier Menschen wurden im letzten Jahr nur im Kakadu National Park von Krokodilen getötet, und alle seien selbst Schuld gewesen, stellt Dennis trocken fest. Denn in von Salzwasserkrokodilen bewohnten Gewässern zu Fischen, und den Fisch direkt auf dem Bootsrand zu säubern sei Selbstmord. Ebenso wie einfach am Wasser zu sitzen. Als neben unserem Boot plötzlich Maxi auftaucht, ein sehr sehr sehr großes, sehr altes, sehr mächtiges Krokodil, erstarren wir in Ehrfurcht, und beschließen auf der Stelle, hier nie neben einem Krokodilgewässer zu parken oder Rast zu machen.

Ja was taucht denn da auf, Auge in Auge mit Stefan?
Ja was taucht denn da auf, Auge in Auge mit Stefan?
MAXI, das große Krokodil! Aus sicherer Entfernung beobachtet ein sehr faszinierendes Tier.
MAXI, das große Krokodil! Aus sicherer Entfernung beobachtet ein faszinierendes Tier.
Doch zu nahe in's Auge blicken wollen wir Maxi ganz bestimmt nicht!
Doch zu nahe in’s Auge blicken wollen wir Maxi ganz bestimmt nicht!

Auf dem Weg zurück nach Darwin machen wir Halt im Litchfield National Park. Dieser Nationalpark ist für die Bevölkerung Darwins, was der Royal National Park in Sydney für uns war: wunderschönes, weitläufiges, friedliches Naherholungsgebiet. Hier gibt es Rockpools und Wasserfälle, riesige Termitenhügel, Blüten in den kräftigsten Farben, Vögel en masse und Spaß und Entspannung. Wir plantschen in den Felsenbecken des Buley Rockholes, schwimmen durch das Becken der Florence Falls hin zu den Wasserfällen, genießen die Ausblicke auf unendliche Wälder. Wieder mal ein Lieblingsort auf unserer Reise…

DAS ist mal ein Termitenhügel! Beeindruckend, wie diese kleinen Tiere durch Teamarbeit so was GROSSartiges schaffen können!
DAS ist mal ein Termitenhügel! Beeindruckend, wie diese kleinen Tiere durch Teamarbeit so was GROSSartiges schaffen können!
Ein erster Blick auf die Florence Falls. Und wenn wir diesen Pool sehen, dann müssen wir natürlich runter und eine Runde schwimmen :-)
Ein erster Blick auf die Florence Falls. Wenn wir diesen Pool sehen, dann müssen wir natürlich runter und eine Runde schwimmen :-)
WOW - nicht schlecht und die Wasserfälle haben definitiv mehr Power als eine Massagedusche!
WOW – nicht schlecht und die Wasserfälle haben definitiv mehr Power als eine Massagedusche!
Auf dem Rückweg zum Auto begegnen wir diesem süßen Geschöpf, das so überrascht von uns ist, dass es sich erst einmal keinen Meter weit bewegt.
Auf dem Rückweg zum Auto begegnen wir diesem süßen Geschöpf, das so überrascht von uns ist, dass es sich erst einmal keinen Meter weit bewegt.

Jetzt sind wir wieder zurück in der Stadt (die auch ihre Vorteile hat, zum Beispiel köstlichen Soy Latte to go, thailändische und indische Köstlichkeiten, Internet!) und planen unsere letzten Tage. Bevor wir von Darwin aus nach Singapur fliegen, muss der Camper geputzt, die Wäsche gewaschen, neue T-Shirts für zu Hause gekauft, Transport zum Flughafen und definitiv ein Hotel für die letzte Nacht organisiert werden. Wir melden uns dann wieder aus Singapur!

Eine Bootsfahrt, die ist lustig…

Etwas mulmig ist uns schon, als wir zum ersten Mal mitten im See vom Boot springen. Denn hier leben hier nicht nur 27 verschiedene Fischarten, sondern auch 25.000 Süßwasserkrokodile. Deren Kiefer ist zwar anscheinend zu schwach, um einen Menschen zu töten (weil sie im Gegensatz zu Salzwasserkrokodilen eine relativ kleine und schmale “Schnauze” haben), aber dank des perfekten Lebensraums werden die Freshies im Lake Argyle bis zu vier Meter lang. Doch kaum sind wir unter- und wieder aufgetaucht, schieben wir unsere Bedenken beiseite – das Wasser ist viel zu angenehm (die Temperatur liegt im Sommer bei badewannenwarmen 32-34 Grad Celsius), das Panorama viel zu bezaubernd, und unser Bootskapitän Greg viel zu entspannt und sorglos, als dass wir uns Sorgen machen könnten.

Unser Boot wartet auf uns, als wir auf einer Insel unterm Wasserfall duschen (kein Schmäh!).
Unser Boot wartet auf uns, als wir auf einer Insel unterm Wasserfall duschen (kein Schmäh!).

Eher zufällig haben wir die Sunset Cruise über den größten von Menschenhand geschaffenen See Australiens gebucht. Aber bereits nach wenigen Minuten ist klar, dass das ein toller und sehr informativer Ausflug werden wird. Seit 16 Jahren bietet Greg die Bootstouren an, und in dieser Zeit hat er sich unglaublich viel interessantes Wissen um die Geschichte des Sees und der Gegend angeeignet.

Greg macht seinen Job offenbar gerne - und sehr sehr gut! Er hat wirklich auf all unsere Fragen eine Antwort.
Greg macht seinen Job offenbar gerne – und sehr sehr gut! Er hat wirklich auf all unsere Fragen eine Antwort.

Lake Argyle bedeckt 703 Quadratkilometer und fasst 21 Mal das Wasservolumen des Sydney Harbour.

Lake Argyle ist riesig, soviel war uns schon auf der Bootsfahrt klar. Aber die Dimensionen werden erst so richtig bewusst, wenn man sich dieses Foto vom Scenic Flight anschaut, den Ingrid am nächsten Morgen über den See gemacht hat.
Lake Argyle ist riesig, soviel war uns schon auf der Bootsfahrt klar. Aber die Dimensionen werden erst so richtig bewusst, wenn man sich dieses Foto vom Scenic Flight anschaut, den Ingrid am nächsten Morgen über den See gemacht hat.

Das Wasser wird zur Stromgewinnung genutzt, aber vor allem zur Bewässerung der Felder um Kununurra, wo werden unter anderem Sandelholz, Mangos, Wassermelonen und Zuckerrohr angebaut werden. Um den Ord River zu stauen, den Hauptzufluss des Sees, wurde Ende der 60er Jahre ein Damm gebaut, und das Land, das einer Familie (den Duracks aus Irland) gehört hatte, geflutet. Damals ging man davon aus, dass es sechs Wet Seasons brauchen würde, bis der See so voll sei, wie man sich das für die ersten Jahre vorgenommen hatte. Doch dank einsichtiger Wettergötter war der See nach zweieinhalb Sommern so gut wie voll. Von Politikern wird der See auch jetzt immer noch als Vorzeigeprojekt gelobt – auch weil seine Schaffung nur 22 Millionen Dollar gekostet hat? Doch genug der technischen Fakten, was uns wirklich beeindruckt, ist wie gut sich der See in die Landschaft einfügt.

Was für ein wunderschöner See - hunderte Inseln ragen aus dem Wasser, und jetzt in der Regenzeit ist alles so schön in sattes Grün getaucht.
Was für ein wunderschöner See – hunderte Inseln ragen aus dem Wasser, und jetzt in der Regenzeit ist alles so schön in sattes Grün getaucht.

Und wo Menschenhand meist Natur zerstört, hat sich die Fauna hier erstaunlich gut entwickelt: Es gibt 27 Fischarten (unter anderem den Archer Fish, auf Deutsch: Schützenfisch, der Insekten vom Himmel schießt, indem er einen Wasserstrahl auf sie spukt. Was für ein Spaß, die Fische vom Boot aus zu füttern! Wir halten Brotstücke über das Wasser, die Fische spuken – mal auf’s Brot, mal daneben, mal in unsere Gesichter.), Felsen-Wallabies (Short-Eared Rock Wallabies, Wallaroos (die hier auf einer der zahlreichen Inseln ausgesetzt wurden, um erfolgreich ein Experiment durchzuführen. Wallaroos können nämlich ihren Bestand selbst regulieren, und zwar durch natürliche Geburtenkontrolle. Wird die Population zu groß, dann leiten schwangere Weibchen sogar eine gewollte Abtreibung ein.), zahlreiche Wasservögel und eben – 25.000 Süßwasserkrokodile.

Schaut es nicht süß aus, dieses Freshie-Baby? Wir sind jedenfalls ganz froh darüber, dass wir kein ausgewachsenes 4-Meter-Exemplar, sondern nur dieses kleine (aber schon zwischen 15 und 20 Monate alte) Ding zu Gesicht bekommen!
Schaut es nicht süß aus, dieses Freshie-Baby? Wir sind jedenfalls ganz froh darüber, dass wir kein ausgewachsenes 4-Meter-Exemplar, sondern nur dieses kleine (aber schon zwischen 15 und 20 Monate alte) Ding zu Gesicht bekommen!

Wir sehen allerdings nur Krokodilbabies an diesem Tag, und dieser Umstand mag auch dazu beitragen, dass wir die Schwimmpausen umso ausgiebiger und ausgelassener nutzen. Dank Regenzeit (und deshalb Nebensaison) sind wir nur zu sechst an Bord, und die Gesellschaft könnte besser nicht sein!

Die Freunde Paul und Martin kommen aus London und reisen durch Australien, Faye und Steven aus Queensland genießen ihren ersten Urlaub seit 21 Jahren und unser Guide Greg ist ein Schatz an Wissen, Humor und Professionalität.

Ein gemütlicher, unterhaltsamer, lustiger Nachmittag am Boot. Wie wunderbar sich unterschiedlichste Menschen unterhalten können, wenn alle interessiert am anderen sind...
Ein gemütlicher, unterhaltsamer, lustiger Nachmittag am Boot. Wie wunderbar unterschiedlichste Menschen sich unterhalten können, wenn nur jeder interessiert am anderen ist…

Und so wasserbomben die Männer wie 14-Jährige ausgelassen und laut schreiend immer wieder vom Boot in den See, Faye genießt die Show und plaudert mit Greg und Ingrid macht Fotos.

BOMBE! Stefan ist erster, aber anscheinend ist Spaßhaben ansteckend...
BOMBE! Stefan ist erster, aber anscheinend ist Spaßhaben ansteckend…
Deshalb versuchen sich die Männer nach kurzer Zeit schon im Quadriple (ist das ein Wort? Naja, jedenfalls springen sie zu viert, fast synchron).
Deshalb versuchen sich die Männer nach kurzer Zeit schon im Quadriple (ist das ein Wort? Naja, jedenfalls springen sie zu viert, fast synchron).

Wie es sich gehört, wird die Tour besser, desto später der Abend wird. Als Greg uns kurz vor Sonnenuntergang vom Boot aus zuruft: “Was ist euch lieber, Bier oder Champagner?”, halten wir das für einen Scherz. Doch kurz darauf schwimmen wir von Noodles (Schwimmhilfen) unterstützt mit einem Glas Sekt in der Hand im warmen Wasser, dippen Crackers in Hummus und genießen die Abendstimmung.

Die Bar ist geöffnet. Und Greg hat einen anscheinend ewig fließenden Vorrat an süffig-süßem Sekt an Bord.
Die Bar ist geöffnet! Und Greg hat einen anscheinend ewig fließenden Vorrat an süffig-süßem Sekt an Bord.
Und damit der Alkohol nicht zu schnell zu Kopf steigt, gibt's Cracker mit Dip. Alles Ingrids ;-)
Und damit der Alkohol nicht zu schnell zu Kopf steigt, gibt’s Cracker mit Dip: ALLES MEINS! ;-)

Das aufziehende Gewitter, das etwas entfernt mit Blitzen und schwarzen Wolken für laute “Ah” und “Oh” Rufe sorgt, sorgt für noch bessere Atmosphäre und auch dafür, dass wir das Wasser dann doch irgendwann verlassen und glücklich zurück Richtung Ufer tuckern.

Daumen hoch für Greg und sein Unternehmen Lake Argyle Cruises (lakeargylecruises.com) und danke für ein unvergessliches Erlebnis!