The Greens of Leura – einfach königlich!

Über uns der Himmel, wir wie auf Wattewolken gebettet – wenn uns nicht der Wecker zum Sonnenaufgang-Schauen aus dem Schlaf gerissen hätte, dann hätten wir im Himmelbett in Leura wahrscheinlich tagelang weiterschlafen können…

The Greens of Leura heißt das Bed & Breakfast in der Seitenstraße, die von Herbstbäumen gesäumt ist. Das Haus, das sich in hinter Rosenbüschen und bunt gefärbten Sträuchern versteckt, erlaubt uns auch einen Einblick in die Bauweise – wenngleich The Greens etwas speziell ist, weil hier zwei Doppelhaushälften durch’s Herausreißen der Trennwand wieder zusammengelegt wurden. Nichtsdestotrotz wird unsere Vermutung bestätigt: Dass sich die australischen „Häuschen“ ewig weit nach hinten ziehen, und keine „Häuschen“, sondern vielmehr ziemlich große Häuser sind.

Ein verwunschener Garten, komplett mit Springbrunnen, Rosenblüten und buntem Herbstlaub.
In einer ruhigen Seitengasse nicht weit von der Hauptstraße Leura Mall liegt The Greens, versteckt hinter Büschen und Sträuchern.
Hinter diesem Garten verbirgt sich in einer ruhigen Seitenstraße The Greens of Leura.
Die Haushälften spiegeln sich exakt - durch das Entfernen der Trennwand wurde aus zwei Häusern eine riesige viktorianische Villa.
Die Haushälften spiegeln sich exakt – durch das Entfernen der Trennwand wurde aus zwei Häusern eine riesige viktorianische Villa.

The Greens ist zudem eines, das sehr speziell eingerichtet ist. An der Wand hängen venezianische Masken, auf dem Frühstückstisch steht das feinste Porzellan, und in den samtenen Polstersessel kann man versinken. Der Großteil der Wände versteckt sich hinter Bücherregalen, in denen sich hunderte Klassiker stapeln (und dazwischen drin auch die großen Werke unserer Zeit, zum Beispiel Fifty Shades of Grey oder alle Staffeln von Lost auf DVD). Die fünf Gästezimmer sind konsequenterweise nach Schriftstellern benannt, nach Robert Browning, Jane Austen, Emily Bronte, Persy Bysshe Shelley. Wir schlafen im Shakespeare Room, und müssen, bevor wir uns ins Bett legen, erst mal 6 der insgesamt 9 Kopfkissen wegräumen. Der Raum ist liebevoll ausgestattet, auf dem Bett liegt Schokolade, auf der Ablage steht ein Krug Wasser, über den ein gehäkeltes Fliegengitter gelegt ist.

Hinter den verzierten Badezimmerfenstern liegt der Garten, den man von unserem Zimmer aus exklusiv betreten kann.
Hinter den verzierten Badezimmerfenstern liegt der Garten, den man von unserem Zimmer aus exklusiv betreten kann.

Jacky, die freundliche Hausherrin, führt uns in den Aufenthaltsraum. Wir könnten uns jederzeit bedienen am Sherry oder Portwein, und im Kühlschrank stehe ein Sekt. Und wenn wir Lust auf Kuchen hätten, die Cremetarts dort drüben auf dem Tischchen seien ganz frisch.

Osterwünsche, eine große Auswahl an englischem Tee und köstliche selbstgebackene Tarts - und natürlich die australischen National-Kekse TimTam.
Osterwünsche, eine große Auswahl an englischem Tee und köstliche selbstgebackene Tarts – und natürlich TimTam, die australischen National-Kekse.

Beim Frühstück aber übertrifft sich Jacky selbst: Sie serviert köstlichen Kaffee in den feinsten Porzellantassen, bringt zum Starten warme, frisch aufgebackenen Croissants aus der Küche und serviert dann Spinat-Feta-Eieromelette mit Lachs und gegrillter Tomate für Ingrid, sowie ein Big Country Brekkie (Eier, Würstchen, Bacon, gegrillte Pilze und Tomate) für Stefan (dritte Option ist ein süßer French Toast mit Mascarponecreme und Ahornsirup).

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Frühstücksbuffet vor Bücherwänden: Es gibt vier verschiedene Chutneys, Birchermüsli mit Beeren, Fruchtsalat, Yoghurt, Müsli und selbstgemachte Marmeladen.

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Und natürlich - ein großes warmes Frühstück für Holzfäller!
Und natürlich – ein großes warmes Frühstück für Holzfäller!

Wir genießen und staunen und können uns nicht stattsehen an den Details. Die Besitzer Jacky und Claudio machen es ihren Gästen leicht, sich wohl und willkommen zu fühlen. Sie passen wunderbar hierher, in diese hohen Räume mit Teppichboden, und als Claudio spätabends das Frühstücksgeschirr mit weißen Handschuhen auf den Tischen platziert, ist das sehr stimmig.

Dieses Geschirr verdient es, mit Samthandschuhen angefasst zu werden - das liebevolle Tischdecken ist Aufgabe des Hausherrn.
Dieses Geschirr verdient es, mit Samthandschuhen angefasst zu werden – das liebevolle Tischdecken ist Aufgabe des Hausherrn.

Wäre es ein Wohnhaus, wäre The Greens viel zu überladen (ob das Besitzerpärchen den Privatbereich, der sich wie im Krimi hinter einer der Bücherwände verbirgt, schlichter eingerichtet hat?). Doch eine Übernachtung/ein Urlaub hier ist einfach himmlisch und viktorianisch königlich.

The Greens of Leura
Jacky & Claudio Palamara
24 – 26 Grose Street
Leura NSW 2780, Blue Mountains, Australia

Herbst-Träume in den Blue Mountains

Auf 1000 Meter Meereshöhe liegen sie, die kleinen alternativen Städtchen in den Blue Mountains. Hier klettert das Thermometer im Sommer auf angenehme 25 Grad Tageshöchsttemperatur, im Winter liegen die Temperaturen auch gerne um den Gefrierpunkt. Im Frühling blühen tausende Rhododendron-Pflanzen, im Herbst färben sich die Ahornblätter gelb und die Essigbäume und Feuerbüsche (welch ein passender Name!) kleiden sich in glühendrot. Tausende Sydneysider kommen im Herbst und Winter hierher um die Jahreszeiten zu erleben, und um auch mal die schicken Daunenjacken vorführen zu können. Außerdem hat ein kalter, klarer Winterabend vor dem Kamin Charme – und die offenen Feuer prasseln auch jetzt schon in den Restaurants, Pensionen und Pubs der Gegend.

Wentworth Falls, Leura und Katoomba gehören zu unserem fixen Touristen-Programm, hierher bringen wir alle unsere Gäste. Traditionell beginnt ein Tag in den Blue Mountains – an heißen Tagen liegt ein Eukalyptusöl-Schleier über den Wäldern und färbt die Luft blau – mit einem ausgedehnten Bushwalk hinunter in die bis zu 600 Meter tiefen Schluchten und durch den Regenwald an den Sandsteinklippen vorbei wieder hinauf auf’s Hochplateau. Das Mittagessen im Yellow Deli in Katoomba, einem von einer altkatholischen Sekte (die viel eher an Alt-Hippies und Hare Krishna Gesänge erinnert als an katholische Gebräuche) geführten Café/Restaurant, schmeckt immer – das mag zum Teil an den Anstrengungen des Vormittags liegen, aber das Essen ist nicht nur preiswert, sondern auch sehr schmackhaft (und der mit Mangosaft gemischte Mate-Tee köstlich und erfrischend!). Zum Abschluss gibt’s meistens noch einen Kaffee in Leura.

Und weil wir die Gegend immer noch aufregend finden und uns schon so oft gefragt haben, wie die Sonnenauf- und Untergänge in diesem von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärten Gebiet ausschauen, haben wir die freien Tage genutzt und einen „Kurzurlaub“ (2 Tage, 1 Übernachtung) in Leura gemacht. Das Bed&Breakfast war ein absoluter Glücksgriff und ist definitiv einen eigenen Blogeintrag wert, den wir in den nächsten Tagen veröffentlichen werden. An dieser Stelle nur so viel: Geschlafen haben wir in einem Himmelbett im Shakespeare Room, nach dem Abendessen im örtlichen Pub haben wir uns im Gemeinschaftsraum unserer Unterkunft eine köstliche Creme-Tarte zum Nachtisch gegönnt, und morgens hatten wir die Wahl zwischen drei cooked breakfast Variationen.

Ansonsten haben wir die Tage ziemlich ähnlich gestaltet wie unsere bisherigen Tagesausflüge (nur in einem viel gemütlicheren Tempo): Eine Wanderung an Wasserfällen entlang, Ausblicke über die unendlichen Wälder, ein Bummel durch die netten Gassen Leuras. Die zwei Tage waren traumhaft schön! Wie gut dass die Blue Mountains gleich um die Ecke liegen!

Herbst ist's in Leura - hier versteckt der Osterhase die Eier im raschelnden Laub!
Herbst ist’s in Leura – hier versteckt der Osterhase die Eier im raschelnden Laub!
Wir nutzen unsere zwei Tage für ausgedehnte Wanderungen durch den Urwald, in dem es Sommer wie Herbst die gleiche Temperatur hat - kühl.
Wir nutzen unsere zwei Tage für ausgedehnte Wanderungen durch den Urwald, in dem es Sommer wie Herbst die gleiche Temperatur hat – kühl.
Die Eukalyptusbäume sind beeindruckend: Hoch wie Wolkenkratzer, schnurgerade, und die Farbe variiert zwischen grau, braun und blutrot.
Die Eukalyptusbäume sind beeindruckend: Hoch wie Wolkenkratzer, schnurgerade, und die Farbe variiert zwischen grau, braun und blutrot.
Und immer wieder Wasserfälle. Entlang der Bachläufe in den Blue Mountains gedeihen Farne besonders gut, und es gibt richtige Farnbäume.
Und immer wieder Wasserfälle. Entlang der Bachläufe in den Blue Mountains gedeihen Farne besonders gut, und es gibt richtige Farnbäume.
Doch der wahre Grund für den niemals endenden Besucherstrom sind die Ausblicke - von den Sandsteinplateaus aus eröffnen sich neue Perspektiven.
Doch der wahre Grund für den niemals endenden Besucherstrom sind die Ausblicke – von den Sandsteinplateaus aus eröffnen sich neue Perspektiven.
Keine Häuser, keine Straßen, keine Strommasten, kein Zaun - nur Ingrid, Klippen und Wald.
Keine Häuser, keine Straßen, keine Strommasten, kein Zaun – nur Ingrid, Klippen und Wald, Wald, Wald.
Und endlich wissen wir, wie Sonnenauf- und untergang ausschaut bei den Three Sisters. Was da genau einen Schatten in den Himmel wirft wissen wir allerdings nicht...
Und endlich wissen wir, wie Sonnenauf- und untergang ausschaut bei den Three Sisters. Was da genau einen Schatten in den Himmel wirft wissen wir allerdings nicht…
Aber am spektakulärsten: keine Menschen! Keine roten Doppeldeckerbusse, keine asiatischen Reisegruppen, keine Pensionistenvereine aus Sydney, keine deutschen Backpacker. Nur wir, die Three Sisters, ein einsamer Mensch am Zaun und eine beinahe leere Besucherplattform, die für 1.5 Millionen Besucher pro Jahr ausgelegt ist.
Aber am spektakulärsten: keine Menschen! Keine roten Doppeldeckerbusse, keine asiatischen Reisegruppen, keine Pensionistenvereine aus Sydney, keine deutschen Backpacker. Nur wir, die Three Sisters, ein einsamer Mensch am Zaun und eine beinahe leere Besucherplattform, die für 1.5 Millionen Besucher pro Jahr ausgelegt ist.