Von Känguruhs, Kokosnüssen und dem Paradies

Der Himmel leuchtet in allen vorstellbaren Rot-, Orange- und Pinktönen, die Wellen schlagen an den menschenleeren Strand und es ist noch ganz still. Wir stehen andächtig da und schauen hinaus auf’s Meer, warten auf den bevorstehenden Sonnenaufgang und können uns nicht sattsehen an der spektakulären Kulisse.

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Die Känguruhs, die neben uns grasen, sind den Anblick schon gewöhnt und genießen weiterhin ihr Frühstück, ohne sich ablenken zu lassen. Erst als wir näher kommen und Stefan eines der Tiere (die am Abend vorher anscheinend viel zahmer waren und sich streicheln haben lassen) berühren will, stellt sich das Männchen auf. Und so nett Känguruhs sind, solange sie sich ungestört fühlen – wenn die größeren Tiere ihre Muskeln anspannen und man sich die kräftigen Beine näher anschaut, dann hält man doch lieber Respektabstand. Die kleineren Tiere allerdings wirken auch aus der Nähe wie Kuscheltiere…

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Wir sind über’s Wochenende an den Depot Beach gefahren, einen Strand im Murramarang National Park rund 4 Stunden südlich von Sydney. Hier sind die Strände weiß, die Känguruhs an Menschen gewöhnt, und die Eukalyptusbäume der Wahnsinn – überhaupt wenn sie von der aufgehenden Sonne beschienen werden.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück im australischen Hinterland kommen wir am Samstag morgen auf dem Campingplatz an. Mit von der Partie sind Tomas und Valeria, sowie unser aktueller Besuch Michi, der wir unser neues Leben und unseren Alltag natürlich schmackhaft machen wollen (vielleicht bleibt sie dann ja hier?). Die Zeit verfliegt zwischen Boccia-Spielen am Strand, Bodyboarden, Ratschen, Schwimmen, Sonne genießen. Das Barbeque am Abend zieht sich in die Länge, wir grillen – mal zur Abwechslung nicht auf einem Gasgrill, sondern über richtigem Feuer – nicht nur Cevapcici, Steak und Fisch, sondern auch Süßkartoffeln, Champignons, Zucchini und Maiskolben. Es ist ein Festessen, das wir zuerst gerne mit einem Kookaburra, und dann mit einem Ringtail Possum teilen.

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Am nächsten Morgen machen wir uns relativ früh wieder auf Richtung Norden, immerhin wollen wir den Tag noch am weißesten Strand der Welt verbringen (oder wenigstens in der Nähe von Hyams Beach, am Green Patch Beach). Dieser Strand ist wie gemacht für einen langen Spaziergang, und der Sand ist so fein dass er unter den Fußsohlen quietscht (ja, hier waren wir auch schon im Oktober mit Michael und Hias).

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Der Tag vergeht wie im Nu – wir vertiefen unsere Boccia-Künste (Girls versus Boys. Wer da wohl gesiegt hat? Ein Tipp: Männer parken anscheinend schneller ein, aber Frauen wegen der Liebe zum Detail und gutem Augenmaß besser. Welche Fähigkeiten beim Boccia wohl mehr weiterhelfen?), spielen Ping-Pong, verspeisen die Überreste vom Vorabend (Süßkartoffeln schmecken auch kalt ganz hervorragend!). Und mit welchem Getränk lässt sich an einem weißen Sandstrand besser anstoßen als mit einer jungen Kokosnuss? Prost! Auf ein wunderbares Wochenende, im Paradies mit Känguruhs!

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One Year in Sydney

4 Wombats, rund 17 wilde Känguruhs, Scharen von Flughunden.
14x Stöbern und Bummeln auf Sydneys Märkten.
2x zu Fuß über die Harbour Bridge.
16 Ausflüge in den Royal National Park.
4 Wanderungen in den Blue Mountains, 3x Mittagessen im Yellow Deli in Katoomba.
68x Latte To Go von der Tin Pin Bakery in der Bondi Road.
5 Fahrten zum Flughafen, um jemanden abzuholen.
Insgesamt 7 Surf-Lessons.
1 Pferderennen. 1 Hunderennen.
17x Essen nach Hause bestellt.
3x geweckt werden vom Possum, das auf dem Baum vor unserem Fenster lebt.
Vier Trillionenbillionen Gelbhaubenkakadus gefüttert (gefühlt).
75x Joggen, am Strand entlang oder hinauf nach Dover Heights.
3x Campen. 1x Kein-Auge-Zutun im Zelt.
1 Silvester-Feuerwerk. 3 Samstag-Abend-Feuerwerke. 1 Australia-Day-Feuerwerk.
5 Besuche im Taronga Zoo. 2x Känguruhs-Streicheln im Featherdale Wildlife Park.
3 Kayak-/Ruderboot-Touren.
7x IMAX, Filme auf der größten Kino-Leinwand der Welt bewundern.
8 Grilled Fishplatter auf den Sydney Fishmarkets.
15 Barbeques. 3 Känguruhwürstchen und 1 Känguruhsteak.
7 Besuche aus der Heimat, und 4 sind für die nächsten Monate geplant.
Beinahe tägliche Spaziergänge hinunter an unseren Strand.

Das ist die Bilanz, die wir nach 12 Monaten ziehen. Heute vor genau einem Jahr sind wir in Sydney angekommen, mit dem Kopf voller Träume, einem Koffer voller Erwartungen (und Kleider) und dem Bauch voller Schmetterlinge. Aufregend war es, ein Jahr prall gefüllt mit Herausforderungen, Glück, einsamen Stunden, fröhlichen Gelagen um ein Barbeque, unzähligen Skype-Gesprächen, Weihnachtspost aus Europa, sprachbedingten Missverständnissen, gegenseitigem Aufmuntern, Genießen, Ausprobieren, Staunen, Entdecken, Leben.
Wir freuen uns auf die 365 Tage die noch vor uns liegen!

Bondi Beach, March 2013
Bondi Beach, March 2013
Bondi Beach, April 2013
Bondi Beach, April 2013
Bondi Beach, May 2013
Bondi Beach, May 2013
Bondi Beach, June 2013
Bondi Beach, June 2013
Bondi Beach, July 2013
Bondi Beach, July 2013
Bondi Beach, August 2013
Bondi Beach, August 2013
Bondi Beach, September 2013
Bondi Beach, September 2013
Bondi Beach, October 2013
Bondi Beach, October 2013
Bondi Beach, November 2013
Bondi Beach, November 2013
Bondi Beach, December 2013
Bondi Beach, December 2013
Bondi Beach, January 2014
Bondi Beach, January 2014
Bondi Beach, February 2014
Bondi Beach, February 2014