Der ganz normale Alltag…

Trotz Sonne, Strand und Meer gibt es ihn natürlich auch hier – den ganz normalen Alltag. Während sich tausende Touristinnen und Touristen am Strand räkeln, der Duft von Kokosnuss-Sonnencreme in der Luft liegt, in den Bars am Abend Cocktail um Cocktail getrunken wird, gehen wir in die Arbeit, erledigen unsere Einkäufe und putzen die Wohnung.

Unser aktueller Gast Lumpi hat die Frage in den Raum gestellt: Ist das nicht richtig schlimm wenn man arbeiten muss, wo andere Urlaub machen?

Interessante Überlegung, aber Nein. Das ist nicht schlimm. Ganz im Gegenteil: Immerhin können wir jeden Morgen und fast jeden Abend einfach mal für ein paar Minuten auf’s Meer starren wenn wir wollen, und die Sonne in unser Gesicht scheinen lassen. Jedes Wochenende fühlt sich so an wie ein Kurzurlaub. Wir fungieren als Touristenführer, zeigen unseren Gästen (die Besucher-Saison ist noch in vollem Gange) die Stadt in die wir uns verliebt haben und die Umgebung, und entdecken selbst ständig Neues. Am Sonntagabend sind wir meistens erschöpft, aber glücklich, und schmieren eine dicke Schicht After-Sun-Creme in unsere sonnenverbrannten Gesichter.

Und bei der Arbeit? Tatsächlich scheint die Sonne die beste Batterie zu sein. Eine Mittagspause im Freien belebt unseren Geist. Wenn sich ein unendlicher und makellos blauer Himmel über die Stadt spannt, dann motiviert das. Deshalb ist auch der Alltag – normal, aber schön. Damit ihr, liebe Leserinnen und Leser, mal wieder teilhaben könnt, unten einige Eindrücke aus den letzten Wochen.

Sonnenaufgang über den Bondi Icebergs: Der Ocean-Pool ist ein beliebter Ort für einen sportlichen Start in den Morgen, Dutzende Schwimmerinnen und Schwimmer ziehen hier ab 6 Uhr morgens ihre Runden.
Sonnenaufgang über den Bondi Icebergs: Der Ocean-Pool ist ein beliebter Ort für einen sportlichen Start in den Morgen, Dutzende Schwimmerinnen und Schwimmer ziehen hier ab 6 Uhr morgens ihre Runden.
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Zum Wochenende gehört ein Barbeque, und wir nähern uns nach und nach australischer Raffinesse an: Bei unserer Ankunft gab’s noch Würstchen, Zucchini und Brot, jetzt wird gleichermaßen für die Vegetarierin und den Steak-Liebhaber gesorgt.
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Palm Beach liegt im Norden von Sydney und lockt mit zwei parallel verlaufenden Stränden. Außerdem ist Palm Beach Schauplatz der berühmtesten australischen Fernsehserie „Home and Away“.
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Irgendwo da hinten liegt Neuseeland… Aber hier ist es auch ganz schön, die Klippen begeistern uns jedes Mal auf’s Neue und sind ein fixes Highlight unserer Sydney-and-Sourroundings-Touristen-Führung.
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Solche Momente müssen den Reiz einer Kreuzfahrt ausmachen: Im letzten Abendlicht den Anker lichten, und am Opernhaus vorbei zu fahren hinaus auf’s offene Meer. Das Ablegemanöver ist auch für die Menschen am Festland ein Erlebnis.

Summer in the city…

Nein, wir waren nicht sehr fleißig mit dem Schreiben in den letzten Wochen, und das obwohl wir sehr viel erlebt haben! Aber die Besucher-Saison hat begonnen, und wir verbringen unsere Freizeit in den belebten Straßen der Stadt, an weißen Traumstränden, beim Bush-Walken, in Restaurants bei bisher unentdeckten Köstlichkeiten. Der Sommer hat Australien voll im Griff und genießen die Jahreszeit und die angenehmen Temperaturen in vollen Zügen. Während die Tennisspielerinnen und -spieler beim Australian Open in Melbourne Höchsttemperaturen ertragen mussten, ist das Thermometer in Sydney bisher auf höchstens 30 Grad geklettert. Die Abende sind lau, eine frische Meeresbrise sorgt  nachts für Abkühlung. Alles in allem – die perfekte Jahreszeit.

Sydney hat Hochsaison im Sommer, ein Festival jagt das nächste, es gibt eine ganze Reihe von Freiluftveranstaltungen. Australiens größte Opernstars treten bei der Opera in The Domain auf, und singen wirklich großartig. Doch am beeindruckendsten ist – vor allem für Ingrids Eltern, unsere aktuellen Gäste – die Atmosphäre. Hier zelebrieren die Australier ihre Picknickkultur, wenn sich die Picknickdecken biegen könnten, dann unter der Last von Lachsbrötchen, Dips und Gemüsesticks, Frittatas, selbstgemachtem Sushi, kalten Lamm- und Hühnerspießen, Salaten, Muffins, und Chips, Nüssen, Keksen, Schokolade. All das wird unter dem Sternenhimmel verspeist, und mit einem großen Schluck Prosecco, Wein oder Bier runtergespült.

Oper hier ist anders - wichtig sind nicht Opernglas und Abendrobe, sondern vor allem ein gut gefüllter Picknick-Korb. Da passen wir uns gerne an, und stoßen zu edlen Klängen mit einem edlen Südtiroler Tropfen an.
Oper hier ist anders – wichtig sind nicht Opernglas und Abendrobe, sondern vor allem ein gut gefüllter Picknick-Korb. Da passen wir uns gerne an, und stoßen zu edlen Klängen mit einem edlen Südtiroler Tropfen an.
Je später der Abend, desto schöner die Lieder. Und desto eindrucksvoller die Kulisse: Über uns gleiten geräuschlos die Flughunde, und hinter der Bühne leuchtet sich die Skyline.
Je später der Abend, desto schöner die Lieder. Und desto eindrucksvoller die Kulisse: Über uns gleiten geräuschlos die Flughunde, und hinter der Bühne leuchtet sich die Skyline.

Am nächsten Abend machen tausende Pferde die Innenstadt unsicher – die chinesische Community startet zusammen mit allen anderen Nationen in das Jahr des Pferdes. Eine Riesenparade ist der Höhepunkt der zweiwöchigen Chinese New Year Feierlichkeiten in Sydney. Am Umzug beteiligen sich Schulen, chinesische Vereinigungen, Restaurants, Politiker und Würdenträger, Medien und Unternehmen und im Prinzip die ganze Stadt. Wir sichern uns bereits eine Stunde vor Paradebeginn einen Platz an der George Street und bewundern chinesische Trachten, Kung Fu Meister und grazile Tänzerinnen.

2014 ist das Jahr des Pferdes - unter diesem Motto steht natürlich auch die Parade in der Innenstadt. Das Pferd steht nicht nur für Freiheits- und Bewegungsdrang, sondern auch für Stabilität - vor allem wenn es um's Finanzielle geht!
2014 ist das Jahr des Pferdes – unter diesem Motto steht natürlich auch die Parade in der Innenstadt. Das Pferd steht nicht nur für Freiheits- und Bewegungsdrang, sondern auch für Stabilität – vor allem wenn es um’s Finanzielle geht!
In den Straßen der Innenstadt versuchen Hunderttausend Schaulustige, die besten Plätze entlang den Absperrungen zu ergattern. Wir haben Glück, und die Chinesen vor uns sind klein, kein Problem also über ihre Köpfe hinwegzustaunen. Und wenn die Sicht doch nicht ganz so gut ist, muss man beim Fotografieren halt improvisieren...
In den Straßen der Innenstadt versuchen Hunderttausend Schaulustige, die besten Plätze entlang den Absperrungen zu ergattern. Wir haben Glück, und die Chinesen vor uns sind klein, kein Problem also über ihre Köpfe hinwegzustaunen. Und wenn die Sicht doch nicht ganz so gut ist, muss man beim Fotografieren halt improvisieren…
Die chinesischen Trachten sind farbenfroh und wunderschön. Und die Tänzerinnen bewegen sich altersunabhängig sehr grazil.
Die chinesischen Trachten sind farbenfroh und wunderschön. Und die Tänzerinnen bewegen sich altersunabhängig sehr grazil.

Zum Glück dauert er an, der australische Sommer. Denn wir haben noch lange nicht genug von Sonne, Strand und Freiluftveranstaltungen!