Banana Bread…

…die köstlichste aller Frühstücks-Süßspeisen, kommt in diesem Artikel nicht vor, aber:

Yum Cha, Pho, Dim Sum: Was in unseren Ohren klingt wie chinesische Namen ohne jegliche Bedeutung, ist für die meisten Menschen in Down Under (wenigstens für die 89%, die in urbanen Gebieten leben) längst fixer Bestandteil der Esskultur. Die stete Zuwanderung und Internationalität hinterlässt ihre Spuren in der Restaurantszene der Stadt. Sydney hat zu bieten was das Gourmetherz begehrt: Sehr viel asiatisch, aber auch arabisch, europäisch und südamerikanisch. Dazu Burger, Fish’n Chips und eine endlose Auswahl an Salaten und getoasteten Sandwiches. Im hippen Bondi wird außerdem Wert auf organisch, gluten- und/oder laktosefrei und raw food gelegt – ob der Gesundheit oder der Figur wegen, das bleibt offen. Jeden Tag eröffnen neue Restaurants und Cafés, investieren gutes Geld in eine oft rustikale Inneneinrichtung im Landhausstil, erfinden immer neue Speisen, mixen Salz und Karamell, stapeln rote Rüben auf Shrimps- und Krebstörtchen. Im Idealfall gipfeln die Bemühungen im Traum eines jeden Restaurantbetreibers: Vor der Tür reihen sich die neugierigen Gästen – denn was gefragt ist, muss gut sein.

Mamak heißt das beliebteste malaysische Restaurant in der Innenstadt, und man kann es nicht übersehen aufgrund der meterlangen Warteschlange auf der Straße. Die Australierinnen und Australier sind sehr geduldig wenn es darum geht, einen Sitzplatz zu ergattern, und warten gut und gerne auch mal über eine Stunde auf einen freien Tisch. Reservierungen werden nicht angenommen, warum auch, das Restaurant wird ohnehin voll. Für europäische Nerven ist die Warteschlange vor dem Mamak nichts, vor allem deshalb weil wir erst dann an’s Essen denken, wenn wir hungrig sind und dann nicht mehr warten wollen. Eines Nachts um halb 1 ergreifen wir die Gelegenheit – keine Menschen vor der Tür, doch die Köche drehen am Wochenende die Rotiteige bis um 2 Uhr durch die Luft. Und so kommen wir doch noch in den Genuss dieses köstlichen malaysischen Fladenbrots.

Das Paradies finden Genießer in Sydney aber nicht nur in angesagten Restaurants, jedes Einkaufszentrum hat mit dem hauseigenen Foodcourt einen Himmel für Liebhaberinnen und Liebhaber der guten – und schnellen – Küche geschaffen. In diesem Stockwerk reihen sich Restaurants und Salatbars, Saftläden und Dessertvitrinen, Sushi-Fließbänder und Noodle-Häuser. Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial: Menschen die einkaufen werden hungrig, und Menschen die in der Stadt auf der Suche nach einem schnellen Essen sind, werden ins Einkaufszentrum gelockt. Im Foodcourt findet sich für jeden Geschmack etwas, und weil die Tische nicht zu einem bestimmten Restaurant gehören, sondern man sich einfach einen Sitzplatz sucht, kann jeder in der Gruppe genau das essen, worauf er Lust hat. Bestellt wird an der Kasse, und ausgestattet mit einem Buzzer wartet man darauf, dass das jeweilige Essen frisch zubereitet wird. Beginnt die kleine Maschine zu vibrieren und zu piepen/summen/klingeln, dann steht das Essen an der Kasse bereit. Die meisten Foodcourts ähneln sich im Aufbau sehr, es gibt meist die gleichen Restaurants und Ketten. Eine Ausnahme sind die zwei vor allem bei Asiaten sehr beliebten Essens-Tempel in Chinatown: Hier gibt es ausschließlich authentische, asiatische Küche. Zwischen all den geräucherten Enten, koreanischer Fleischsuppe, indonesischem gegrillten Huhn, Thai-Kokosnuss-Suppe, chinesischem Schweinefleisch mit Brokkoli fühlt man sich beinahe in einen Kung Fu Film versetzt, und es wäre nur passend, wenn aus einer der vielen kleinen Küchen ein chinesischer Karate-Meister springen würde…

Eine ganz spezielle Art des Dinierens findet man auch auf den Sydney-Fishmarkets. Hier gibt es neben frischem Fisch, gegrillten Meeresfrüchten und Austern ein Yum Cha Restaurant. Ursprünglich der Morgen- oder Nachmittagstee, meint Yum Cha heute eine Dim Sum Völlerei. Klingt chinesisch? Ist es auch, genauer gesagt: Kantonesisch. Kellnerinnen lenken ihre Wägelchen wie Formel 1 Autos zwischen den Tischen durch, und bieten den Gästen mal mehr, mal weniger aggressiv die darauf gestapelten Köstlichkeiten an. In gebrochenem Englisch werden spinach-prawn dumplings, prawn sesame roll, chinese broccoli, duck pancakes angeboten – oder einfach auf den Tisch gestellt, wenn die Tischgesellschaft das Spiel nicht zu beherrschen scheint. Denn hier bezahlt man pro Teller, und so entwickelt sich ein Essen schnell zum Verhandeln und Taktieren. Die Hektik gehört zum Yum Cha wie die köstlichen Dim Sum (gefüllte Teigtaschen mit Sojasauce) – und macht ganz bestimmt auch 50% des Ess-Erlebnisses aus.

Für gemütliche Abende zu Hause bietet Sydney einen Home-Delivery-Service, wie es ihn nur in Großstädten geben kann. Auf menulog.com.au kann man nach Restaurants suchen, die leckeres Essen nach Hause liefern, und direkt online bestellen –  Achtung in der „Rushhour“ und bei „wet weather“, dann kann das Liefern schon mal länger dauern. Solche Optionen gibt es natürlich auch in Österreich, aber während es in Puch ausschließlich Zustell-Pizza gibt, ist die Auswahl hier überwältigend – was zugegebenermaßen das Bestellen nicht immer einfacher macht. Ob Thai, Indisch, Italienisch, Brasilianisch, Japanisch oder Serbisch, in Sydney gibt es sogar auf der eigenen Couch was das Herz begehrt.

So schaut's in den angesagtesten Restaurants/Bars der Stadt aus: Rustikale Einrichtung, außergewöhnliches Menü (Kaki-Brot, Quinoa-Bircher-Müsli mit Rhabarberpüree) und sogar beim Take-Away Wartezeiten von einer halben Stunde.
So schaut’s in den angesagtesten Restaurants/Bars der Stadt aus: Rustikale Einrichtung, außergewöhnliches Menü (Kaki-Brot, Quinoa-Bircher-Müsli mit Rhabarberpüree) und sogar beim Take-Away Wartezeiten von einer halben Stunde.
Auf den Fishmarkets hingegen geht's schnell, wenigstens bei unserem "Stamm"-Lokal. Und es gibt, was das Herz begehrt: gegrillten Baby-Oktopus , Fish'n Chips und Lachs-Sashimi.
Auf den Fishmarkets hingegen geht’s schnell, wenigstens bei unserem „Stamm“-Lokal. Hier gibt’s gegrillten Baby-Oktopus , Fish’n Chips (und überbackene Austern samt Calamari-Ringe) und Lachs-Sashimi.
Yum Cha ist nicht immer ein Vergnügen (sondern auch eine Art Ringkampf mit den sehr ambitionierten Kellnerinnen), aber auf jeden Fall ein Erlebnis: Es wird geteilt was auf den Tisch kommt.
Yum Cha ist nicht immer ein Vergnügen (sondern auch eine Art Ringkampf mit den sehr ambitionierten Kellnerinnen), aber auf jeden Fall ein Erlebnis: Es wird geteilt was auf den Tisch kommt. Und das schmeckt.
Eine australische Besonderheit sind Pop Up Bars/Stores/Stages/etc. Plötzlich stehen irgendwo Verkaufs- oder Bartresen, die es hier nie gab (im Bild: ein BBQ-Pop Up unterm Opernhaus), und genauso plötzlich wie sie aufgetaucht sind, werden sie auch wieder abgebaut. Das Konzept sorgt dafür, dass es immer Neues zu entdecken gibt.
Eine australische Besonderheit sind Pop Up Bars/Stores/Stages/etc. Plötzlich stehen irgendwo Verkaufs- oder Bartresen, die es hier nie gab (im Bild: ein BBQ-Pop Up unterm Opernhaus), und genauso plötzlich wie sie aufgetaucht sind, werden sie auch wieder abgebaut. Das Konzept sorgt dafür, dass es immer Neues zu entdecken gibt.
Eine gute Idee - und sehr gewinnbringend: Eine ganze Armee von Food-Trucks fährt durch Sydney (vor allem durch die Gewerbegebiete, in denen das arbeitende Volk fernab von Restaurants hungern muss). Die optimalst umgebauten Vehikel bieten Kaffee (Coffee-Van), Sushi (Sushi-Van), Suppe und Salat (Chomp) oder wie im Bild Waffeln an.
Was für eine Idee: Eine ganze Armee von Food-Trucks fährt durch Sydney (vor allem durch die Gewerbegebiete, in denen das arbeitende Volk fernab von Restaurants hungern muss). Die optimalst umgebauten Vehikel bieten Kaffee (Coffee-Van), Burritos (Cantina Mobil), Suppe und Salat (Chomp) oder wie im Bild Waffeln an.

Im Rausch der Geschwindigkeit

Vier Eisenstangen, ein mit Schaumgummi gefüllter Autoreifen, vier kleine Reifen („Falls ein Reifen wegbricht, tauscht euer Kart einfach gegen ein anderes aus.“) und zwei Eisengriffe für die Hände: Das also ist das Gefährt, das uns den Hügel runterbringen soll. Die Grasskarts wirken eher improvisiert, so wie auch der „Lift“. Einfach festhalten und sich hochziehen lassen… Wem die Kraft ausgeht/der Hebel aus den Händen rutscht/wer aus der Spur kommt, kann durchaus ein paar Meter rückwärts fahren, im schlimmsten Fall auch auf die nachkommenden Fahrerinnen und Fahrer drauf.

Doch wie es meistens so ist, macht auch hier das Improvisierte besonders viel Spaß. Sich todesmutig in den Hang zu stürzen, nicht mehr zick-zack, sondern einfach schnurstracks gerade aus zu fahren – das treibt unser Adrenalin in die Höhe! Mit halsbrecherischen Geschwindigkeiten geht es die 400 Meter hinunter bis zur Talstation, mal ohne, mal mit Crash. An manchen „ausgesetzteren“ Stellen wurde wohl bewusst das Gras nicht gemäht – und tatsächlich ist eine ungemähte Wiese bestens geeignet für unkoordinierte Bremsmanöver. Grasskarting macht Spaß, viel Spaß. So wie auch das anschließende Picknick mit wunderbarem Ausblick auf das Hinterland von Sydney.

Kurrajong Heights Grass Billy Karts  bereitet seit 60 Jahren Kindern und Junggebliebenen Freude – „and rain doesn’t stop us, the local kids love it, it’s even more fun when it is wet!“, ist die Auskunft des Betreibers auf die Storno-Bedingungen im Falle eines Regentags. Die erste Stunde kostet 20, die zweite für Gruppen 5 Dollar, von Sydney fährt man gut 75 Minuten. Am besten reservieren.

Und auf diesen Gefährten sollen wir da runter? Anfangs sind wir skeptisch. Aber einen Versuch ist es wert, und immerhin bekommen wir Helme...
Und auf diesen Gefährten sollen wir da runter? Anfangs sind wir skeptisch. Aber einen Versuch ist es wert, und immerhin bekommen wir Helme…
Langsam und vorsichtig beim ersten Anlauf - gebremst wird, indem man ein Bein durchstreckt und so lange eine Kurve fährt, bis man buchstäblich den Hügel wieder hochfährt. Oder man lenkt den fahrenden Autoreifen einfach (absichtlich oder unabsichtlich) in die ungemähte Wiese.
Langsam und vorsichtig beim ersten Anlauf – gebremst wird, indem man ein Bein durchstreckt und so lange eine Kurve fährt, bis man buchstäblich den Hügel wieder hochfährt. Oder man lenkt den fahrenden Autoreifen einfach (absichtlich oder unabsichtlich) in die ungemähte Wiese.
Dann gibt's erstmal eine Einführung in die Nutzung des Lifts. Zum Glück können wir Skifahren und haben auch alle schon mal einen Baby-Schlepplift benutzt.
Dann gibt’s erstmal eine Einführung in die Nutzung des Lifts. Zum Glück können wir Skifahren und haben auch alle schon mal einen Baby-Schlepplift benutzt.
Doch wenn man ein Fünfzehn-Kilo-Gefährt und das eigene Körpergewicht mit Muskelkraft nach oben ziehen muss, dann kostet das schon einiges an Anstrengung...
Doch wenn man ein Fünfzehn-Kilo-Gefährt und das eigene Körpergewicht mit Muskelkraft nach oben ziehen muss, dann kostet das schon einiges an Anstrengung!
Wir werden immer wagemutiger und die Sicherheitsabstände zwischen den Karts immer kleiner...
Wir werden immer wagemutiger und die Sicherheitsabstände zwischen den Karts immer kleiner…
Und manche entwickeln einen richtigen Ehrgeiz! Stefan stürtzt sich ungebremst kerzengerade den Hügel hinunter.
Und manche entwickeln einen richtigen Ehrgeiz! Stefan stürtzt sich ungebremst kerzengerade den Hügel hinunter.
Grasskarting macht Spaß... - und hungrig!
Grasskarting macht Spaß… – und hungrig!
Da mundet ein Picknick neben der "Bergstation" umso besser. Und die Ausblicke sind auch nicht schlecht!
Da mundet ein Picknick neben der „Bergstation“ umso besser. Und die Ausblicke sind auch nicht schlecht!