Mobil mit Stil

19,5 Stunden, also ganze 1.170 Minuten dauert es in Australien, um stolze(r) Autobesitzer(in) zu werden. Gut, mit Entscheidungsprozess („Wollen wir jetzt einen fahrbaren Untersatz? Und wenn ja, welche Marke, welches Baujahr, welche Farbe, Kilometerstand?“) etwas länger. Aber es ging dann doch sehr schnell. Die Chronologie eines  Autokaufs.

* Mittwoch, 13 Uhr
„Du, ich hab da ein Auto gesehen im Internet, das wär schon nicht schlecht.“
„Ach ja, das ist ja wirklich cool… Sollen wir mal anrufen?“

– alle folgenden Konversationen aus dem Englischen übersetzt, um den Lesefluss unserer werten Leser(innen) nicht zu stören –

* Mittwoch, 18:30 Uhr
„Hi, wir würden uns gerne das Auto anschauen. Wann könnten wir mal vorbeikommen? Wär Freitag um 6 okay?“

* Freitag, 18 Uhr
„Wow, ein nettes Auto… Und die Innenausstattung ist auch nicht schlecht!“
„Und wie fährt sich’s denn?“
„Naja, das Lenkrad hat nicht so viel Spiel. Und von den 210PS spürt man eigentlich auch nicht sooo viel.“
„Die sind ja auch für’s Ziehen gedacht, und nicht für’s Rasen…“

* Freitag, 18:50 Uhr
„Was? Nein, das ist uns zu viel. Hier unser Höchstpreis. Wir melden uns heut Abend, und du sagst uns einfach Bescheid, ob du dich drauf einlassen willst oder nicht.“

* Freitag, 20:32 Uhr
„Hallo, wir sind’s noch mal. Und? Sind wir im Geschäft? Ah ja, super, ja, klar, morgen früh zur Bank gehen ist gar kein Problem… Nein, das passt. Dann treffen wir uns um 11 Uhr in Chinatown. Super! Bis dann!“

* Samstag, 11:23 Uhr
„Hier ist der Bankscheck. Können wir anschließend gleich noch auf’s Motorisierungsamt? Dann schließen wir online gleich auch noch die Versicherung ab.“

* Samstag, 13:30 Uhr
„Kannst du das glauben? Wir haben ein Auto…“

Dürfen wir vorstellen, unser wunderbar nachthimmelblauer Subaru Outback!

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Surfer-Blokes (& Babe)

Das Surfbrett fliegt durch die Luft, es reißt mir den Boden unter den Füßen weg und die Welle schlägt mit voller Kraft über meinem Kopf zusammen. Ich kämpfe mich nach oben, huste, spucke Meerwasser aus und klammere mich an das große pinke Softboard. Was so einfach ausschaut, ist richtig schwer. Die wahre Herausforderung ist nicht, auf das Brett zu steigen – sondern erst einmal hinauszukommen, dorthin wo sich die Wellen brechen (aber noch nicht zu stark), dann das Brett zu drehen, sich auf’s Brett zu legen, per Schulterblick die perfekte Welle ausfindig machen, und dann paddeln, in der Hoffnung dass die Welle dich mitnimmt bis zum Strand.
Das hört sich so einfach an, und wie oft sind wir schon am Strand gestanden und haben gelacht über die „Surf-Poser“, die ewig lang draußen auf ihrem Surfbrett sitzen, und Welle um Welle verpassen.
Aber Pustekuchen – nach einer Stunde Paddeln geht uns die Puste aus… und wir bringen unsere Bretter mit laufenden Nasen (Meerwasser ist die beste Nasenspülung!) und schmerzenden Schulterblättern zurück zum Verleih. Und fühlen uns wie richtige Bondi „Blokes“ (Kerle) und „Babes“ (bedarf keiner Übersetzung). Die Blokes sind inzwischen abgereist und auf dem Weg in den Herbst. Ich aber kämpfe bestimmt bald wieder mit dem Ozean!

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