Wo geht’s denn hier zur Sphinx?

Die Sonne brennt vom Himmel auf die staubige alte Straße im Ku-ring-gai National Park. Es ist ganz leise, und in der Luft liegt der Duft von Eukalyptus. Wir nehmen die Abzweigung, die uns zu den Felszeichnungen der Aboriginal führt, und versuchen zu erkennen: ein Echidna, eine männliche Person, ein Känguruh. Doch was sollen die langen gebogenen Striche dort am Ende der Felsplatte darstellen?

Zurück auf der Straße raschelt es plötzlich ganz laut im Gebüsch. Ein ausgewachsener Goanna wandert neben uns her, eine australische Echse die bis zu zwei Meter lang werden kann (allerdings nicht die Spezies, die sich da neben uns tummelt).

Ansonsten ist es ruhig im Wald, nicht einmal die Vögel, die hier in Australien sozusagen zum Inventar gehören, lassen sich blicken. Es ist einfach zu heiß. Wir sind froh, als sich die Straße verengt zu einem Weg, der unter schattenspendenden Eukalyptusbäumen hinunterführt ins Tal. Dort irgendwo fließt der Cowan Creek, an dem entlang wir später zurück zum Auto wandern werden.

Was wir im Laufe der Wanderung lernen: Goannas sind ausgezeichnete Kletterer. Immer wieder fallen feine Rindenstückchen von den Bäumen, und der Blick nach oben bestätigt, dass eine Echse in luftigen Höhen auf die Jagd nach Insekten geht. Und gelobt sei Wikipedia, für diesen interessanten Beitrag zu unserer Recherche nach Goannas: Gefährlich werden Goannas, wenn sie vom Menschen gereizt werden, vor allem für unbeteiligte Personen. Denn anstatt auf den Angreifer loszugehen, flüchtet sich der Goanna lieber auf einen Baum – nur verwechselt er stehende Menschen (Zuschauer) leicht mit einem Baum. Die „Kraxelei“ in die Sicherheit ist natürlich schmerzhaft und vor allem auch beängstigend, für den  Menschen und das Tier.

Auf dem Rückweg kommen wir an eine Abzweigung, die uns vorschlägt doch zur „Sphinx“ zu wandern. Und siehe da, mitten im australischen Busch steht es, ein Replikat des berühmten Bauwerks in Gizeh. Im Maßstab 1:16 hat ein Kriegsveteran in den Anfängen des 20. Jahrhunderts die kleine Sphinx aus einem Felsblock geschlagen, als Denkmal für seine Kameraden des 1. Weltkriegs. Wir finden die Wahl des Motivs etwas seltsam, aber den Vögelchen und Echsen scheint es zu gefallen. Überall raschelt und flattert es, und wir können noch etwas Exotik genießen, bevor es wieder zurückgeht nach Sydney.

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Der Weg führt unter schattenspendenden Eukalyptusbäumen hinunter ins Tal, wo träge der Cowan Creek fließt.

 

Kleine Boote und große Yachten schaukeln auf dem Wasser. Zum Kayaken eignet sich der Fluss bestimmt wunderbar. Wir kommen wieder!
Kleine Boote und große Yachten schaukeln auf dem Wasser. Zum Kayaken eignet sich der Fluss bestimmt wunderbar!
Der Weg, der am Ufer entlangführt, ist wunderschön. Nur leider verstecken sich in diesen Büschen gerne Schlangen, da sie Sonne tanken können, aber trotzdem vor Blicken geschützt sind. Nachdem uns zwei entgegenkommende Wandererinnen gewarnt haben, dass so ein Reptil gerade über den Weg gekrochen sei, kann Ingrid die Landschaft eher weniger genießen...
Der Weg, der am Ufer entlangführt, ist wunderschön. Nur leider verstecken sich in diesen Büschen gerne Schlangen, da sie Sonne tanken können, aber trotzdem vor Blicken geschützt sind. Nachdem uns zwei entgegenkommende Wandererinnen gewarnt haben, dass so ein Reptil gerade über den Weg gekrochen sei, kann Ingrid die Landschaft eher weniger genießen…
Auf den ersten Blick kann man den Goanna für eine Schlange halten. Doch bei näherem Hinschauen ist die Echse ein richtig schönes Tier mit langen Krallen und einem breiten, flachen Bauch.
Auf den ersten Blick kann man den Goanna für eine Schlange halten. Doch bei näherem Hinschauen ist die Echse ein richtig schönes Tier mit langen Krallen und einem breiten, flachen Bauch.
Was ist Fels und was ist Baum? Es ist faszinierend, wie sehr die Elemente der Natur hier verschmelzen...
Was ist Fels und was ist Baum? Es ist faszinierend, wie sehr die Elemente der Natur hier verschmelzen…

 

Und dann war da - die Sphinx! Mitten im australischen Busch steht dieses Kriegerdenkmal. Prädikat: Motivwahl gewöhnungsbedürftig.
Und dann war da – die Sphinx! Mitten im australischen Busch steht dieses Kriegerdenkmal. Prädikat: Motivwahl gewöhnungsbedürftig.

Frühlingszeit ist Drachenzeit

Fliegende Wale, zwei Aliens, unzählige Regenbögen tummeln sich am Himmel über Bondi Beach. Bunte Oktopusse wackeln mit ihren Tentakeln, ein pinkes Schweinchen schaut hinaus auf das Meer. Hier in Sydney ist nicht der Herbst, sondern der Frühling die Zeit zum Drachen-Steigen-Lassen. Jedes Jahr im September findet das Festival of the Winds statt, und wir freuen uns bereits seit Wochen darauf. Leider ist heute auch der erste Tag seit Wochen, an dem sich der Himmel nicht strahlendblau und wolkenlos zeigt. Doch wenigstens bringen die Drachen in allen Farben und Formen etwas Farbe in den grauen Tag. Am Ende zeigt sich Bondi so, wie wir es lieben: bunt, sonnig und voll mit gut gelaunten Menschen (und die Gewitterwolken haben sich auch verzogen…).

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