Blue Mountains: Eine Wanderung durch den Märchenwald

Es muss schon ein besonderer Anlass sein, wenn wir uns an einem Samstag freiwillig um 5:30 Uhr aus dem Bett rollen. Aber unser letzter Ausflug in die Blue Mountains ist uns in derart guter Erinnerung geblieben, dass wir den Schlafentzug gerne auf uns nehmen, um dort wieder ein paar schöne Stunden zu verbringen.
Wir holen erst das Mietauto, und dann unsere Begleiter am Bahnhof ab. Eineinhalb Stunden (und einige Linksverkehr-Schrecksekunden) später haben wir unseren Zielort in den „Blauen Bergen“ erreicht. Dort liegt wirklich blauer Dunst in der Luft, der allerdings nicht von den Eukalypten, sondern von kleineren Buschfeuern kommt. Vom Wentworth Falls Parkplatz wollen wir zu den Wasserfällen wandern, dann hinunter in die Schlucht und über einen Rundweg zurück zum Ausgangspunkt.

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Der Tag ist perfekt, nicht zu heiß, aber die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel. Wir sind früh genug dran und sehen beim Loswandern noch nichts von den für das Osterwochenende prophezeiten Menschenmassen in den Blue Mountains. Wir können uns gut an unsere Wanderung vor vier Jahren erinnern, und an den Lyrebird, den Wappenvogel der australischen Nationalparks, der damals unseren Weg gekreuzt hat (und der verschiedenste Geräusche nachahmen kann, unter anderem eine Motorsäge und den Auslöser einer Kamera).
Tatsächlich kommen die Blue Mountains einem Märchenwald sehr nahe. Farne und verschiedenste Gräser säumen den Weg, und die verschiedenen Geräusche stimulieren unsere Sinne. Immer wieder kommen wir an Höhlen im Sandgestein vorbei, die wir natürlich erklettern müssen.

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Und plötzlich stehen wir am oberen Ende der Wasserfälle, schauen über den Absturz hinaus auf die Wälder.

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Der Ausblick ist unglaublich, und wir sind sprachlos wie unendlich weit sich die Wälder ausdehnen. Dazwischen ragen immer wieder senkrechte, rot-orange Felswände in die Höhe und über all dem wölbt sich der klare blaue Himmel.

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Wir bleiben immer wieder stehen, staunen und fotografieren, und bekommen gar nicht richtig mit, wieviele Stufen wir in die Tiefe steigen. Am Fuße des Wasserfalls finden wir einen Pfad, der tatsächlich noch weiter nach unten führt, über Steighilfen aus Stahl und Leitern.

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Dann sind wir im Tal, hören in der Entfernung das Rauschen der Wasserfälle, und wandern über Bäche, Steine und umgestürzte Baumstämme.

Erst als der Weg wieder nach oben führt, wir Stufe um Stufe hinaufsteigen, merken wir, wieviele Höhenmeter wir tatsächlich bewältigt haben. Der Rückweg ist etwas anstrengend, aber jeder Schritt zahlt sich aus. Die Pflanzenvielfalt ist unglaublich! Und auch wie der Wald sich hier entfalten und verändern kann. Umgestürzte Bäume werden nicht beseitigt, sondern sind Nährboden für Farne, kleine Blumen und Gräser.

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Zurück beim Auto beschließen wir, uns auch nochmal die Three Sisters, eine besonders gelungene Felsformation, anzuschauen. Aber hier sind sie, die Menschenmassen. Hunderte Autos und Busse wälzen sich durchs Städtchen Katoomba, und wir machen einen Rückzieher. Stattdessen spazieren wir entlang der Leura Cascades noch einmal durch den Märchenwald der Blue Mountains, und machen uns eine knappe Stunde später auf den Heimweg. Doch wir kommen bestimmt wieder!

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Weekends at Home

Was für ein Wochenende in unserer schönen neuen Heimat! Eine Wanderung entlang der Küste, erste Golfversuche in der Driving Range und ein Nachmittag am Strand in Bronte.

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Den Manly Scenic Walkway, eine gemütliche 10-km-Wanderung von Spit nach Manly im Norden des Sydney Harbours, haben wir noch von 2009 in bester Erinnerung. Während es damals mitten im Sommer, aber bewölkt war, haben wir gestern bei über 30°C und wolkenlosem Himmel einen wunderschönen Herbsttag genossen. Die Küstenwanderung hat auch diesmal alle unsere Erwartungen übertroffen.

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Die Ausblicke auf den Ozean, auf helle Strände und Buchten in denen Dutzende Segelboote schaukeln sind der Wahnsinn. Noch mehr begeistert haben uns aber – wie auch schon vor vier Jahren – Flora und Fauna.
Ingrid kann nicht aufhören zu staunen, wie viele unterschiedliche Blumen, Büsche und Bäume hier wild wachsen. Kleine weiße Sterne, rote Röhren, und pelzige Kügelchen sitzen auf den Spitzen der Büsche, der Duft von ätherischen Ölen liegt in der Luft. Mimosen, Eukalyptus, Hibiskus und die „Lilly Pilly“ – wir können nur einige wenige Pflanzen benennen.

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Stefan hingegen lässt sich von den Tieren begeistern. Gerne teilt er unsere Karottenstücke mit einem ziemlich großen Waterdragon, einer ca. 45 Zentimeter langen Agame. Die ist anfangs überhaupt nicht scheu, und würde sich am liebsten über unsere Tupperware hermachen. Erst als sie ihren Hunger gestillt hat, beobachtet sie uns mit etwas mehr Respekt aus etwa 2 Metern Entfernung.

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Als wir mit der Fähre von Manly zurück zum Circular Quay schippern, beginnt es heftig zu regnen. Macht uns aber nichts, nach einem wunderschönen Wandertag (im Gegenteil, wir genießen die kalten Wassertropfen, während die Sonne nach wie vor durch die Wolken scheint).

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Heute haben wir dann erste Erfahrungen im Golfen gemacht. Mit Stefans „shared office at Starbucks“-Kollegen Phil und dessen Freundin probieren wir Bälle von der Driving Range zu schlagen. Wer wie wir (vor heute Morgen) der Meinung ist, dass hinter Golfspielen nicht viel mehr steckt, als mit einem Schläger einen Ball wegzuschlagen, dem empfehlen wir – einfach mal probieren. Hat Spaß gemacht, aber wir sind noch weit weg von Bälle einfach mit einem Schläger wegschlagen.

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Der Sonntagnachmittag eignet sich bestens für einen gemütlichen Wochenendausklang am Strand – und wir als „Einheimische“ machen da natürlich gerne mit. Es gibt weniges das so beruhigend ist, wie am Bronte Beach auf’s Wasser zu schauen. Wir lieben es!

Bald beginnt die neue Woche, eine kurze nur, weil der Karfreitag und Ostermontag auch hier Feiertage sind. Das beste daran: wir verbringen das Osterwochenende höchstwahrscheinlich schon in unserer neuen Wohnung. Eine Besichtigung am Mittwoch abend war erfolgreich, und unsere Bewerbung auch! Morgen abend unterschreiben wir den 12-Monats-Mietvertrag. Und dann – wohnen wir 450 Meter oder 5 Minuten Fußweg vom weltberühmten Bondi Beach entfernt! Tjuhui :-)