Von oben betrachtet…

…leben wir auf einem unglaublich schönen Planeten!

Manchmal macht es Sinn, eine andere Perspektive einzunehmen. Dann wirkt das vertraute Umfeld auf einmal ganz fremd. Distanzen, die uns unüberbrückbar schienen, schrumpfen und die Entfernung ist gar nicht mehr so weit. Wälder leuchten grüner, der Himmel blauer, das Meer funkelt im Sonnenlicht. Und man bekommt ein sehr gutes Gefühl dafür, wie klein der Mensch eigentlich ist…

Wer hätte gedacht, dass uns Stefans neues Spielzeug zu Poeten macht? ;-) Aber so eine Drohne hat es in sich… Sie hilft uns nicht nur, neue Perspektiven einzunehmen, das Fliegen macht auch unheimlich viel Spaß!

Wir hoffen, ihr genießt diesen kleinen Ausflug durch die Lüfte von NSW (und ein klein bisschen Tasmanien) genau so wie wir – sich einmal wie ein Vogel fühlen!

 

In tasmanischen Höhen: Am Cradle Mountain

Schroff ragen die Steinsäulen in den tiefblauen Himmel, es riecht dank der weißen Blüten einer nicht identifizierten Blume intensiv nach Honig, und tief unter uns leuchtet blau der Dove Lake. Wir sind seit knapp zweieinhalb Stunden unterwegs, sind in zügigem Tempo über das Hochplateau gewandert und stehen (bzw. hängen an einem Felsbrocken) kurz vor dem Ziel.

Der Cradle Mountain ist mit 1.545 Metern der fünfthöchste Berg Tasmaniens, und liegt im Cradle Mountain-Lake St Clair National Park. Er besteht wie die anderen Berge in der Region aus Diabassäulen, und bietet eine absolut einmalige Flora.

Wegen seines markanten Doppelgipfels (eigentlich sind es vier Gipfel, wir können aber nur zwei ausmachen) ist der Berg ein beliebtes Fotomotiv. Doch der Cradle Mountain hat auch aus sportlicher Sicht viel zu bieten. Während die ersten Kilometer vor allem aufgrund der Schönheit der Landschaft wie im Flug vergehen, sind in der letzten dreiviertel Stunde alle vier Gliedmaßen gefragt. Wir bahnen uns unseren Weg durch riesige Felsbrocken, klettern Steinsäulen hoch und wundern uns, dass hier keine Sicherheitsseile gespannt sind.

Dann sind wir endlich oben, und die Gipfeleuphorie setzt ein. Wir schwitzen und staunen, schießen Foto um Foto, und genießen die unglaubliche Fernsicht. Die Berge haben uns gefehlt in den letzten Monaten, und wir dehnen das Gipfelpicknick aus, um das Gefühl ganz auskosten zu können.

Der Cradle Mountain ist definitiv ein Must See in Tasmanien, auch wenn der Weg dorthin etwas umständlich ist. Wir bereuen die fünfstündige An- und Rückfahrt keine Minute. Wenn man den Gipfel in’s Visier nimmt, dann sollte man trittsicher und konditionsstark sein. Wer an Höhenangst leidet, lässt die Besteigung des lieber bleiben, und genießt die Sauergraswiesen und farbenprächtige Vegetation des Hochplateaus. Den Gipfel sollte man nur bei guten Wetterbedingungen in Angriff nehmen, ist es nebelig oder regnerisch, dann gibt man sich ebenfalls besser mit der Umrundung des Dove Lakes oder einer Wanderung auf die Hochebene zufrieden. Und wer so wie wir am Ende des Tages noch eine mehrstündige Autofahrt vor sich hat, sollte um spätestens drei wieder beim Auto sein.

Ausgangspunkt: Es gibt mehrere Möglichkeiten, wir sind vom Parkplatz am Dove Lake los gewandert. Ist man früh genug dran, kann hier parken, für alle anderen gibt es einen Shuttle-Service vom Visitor Centre. Nicht vergessen, sich in das Tourenbuch einzutragen (und nach erfolgreicher Rückkehr wieder aus)! Das hilft den National Park Rangern, bei den ganzen Touristen im Park den Überblick zu behalten, und niemanden zu „verlieren“.

Runde: Dove Lake Parkplatz – Wombat Pool – Marion’s Lookout – Kitchen Hut – Cradle Mountain Summit – Abstieg je nach Zeit über den Lake Willis steil und direkt hinunter zum Dove Lake, oder über den Hansens Peak/Lake Rodway Track zurück zum Parkplatz (30 Minuten länger)

Zeit: veranschlagt sind 6-8 Stunden, wir haben insgesamt 4:20h gebraucht (sind aber auch wirklich schnell marschiert)

Kondition erforderlich, aber nicht das große Thema. Trittsicherheit unbedingt, die Wanderung ist nicht geeignet für Menschen, die an Höhenangst leiden. Die Kletterei auf den Gipfel ist anspruchsvoll, wer schon nach den ersten 15 Minuten ein ungutes Gefühl hat, sollte umdrehen – leichter wird’s nicht!

Jeder Wanderer muss sich vor Start in eine Liste eintragen, inklusive voraussichtlichem Ausflugsziel und Startzeit.
Unser Ziel, der Cradle Mountain Summit, vom Parkplatz am Dove Lake aus gesehen.
Der Weg hinauf führt über eine Hochebene, die markanten Zwillingsgipfel des Cradle Mountain immer im Blick.
Die Vegetation auf dem Hochplateau ist vielfältig, und leuchtet in allen Grüntönen.
Die blühenden Büsche, die wir leider nicht bestimmen können, sind eine Augenweide.
Es blühen die schönsten „Alpenblumen“ entlang der gut ausgebauten Wege.
Dann geht es bergauf. Nur mehr 45 Minuten zum Gipfel, aber die haben es in sich!
Die Steine, die uns hier im Weg liegen, sind RIESIG!
Langsam aber stetig bahnen wir uns unseren Weg nach oben…
Und landen teilweise in luftigen Höhen…
Aber der Weg ist jeden Schweißtropfen wert – vor allem wenn man inmitten duftender Blumenteppiche Rast machen kann.
Und dann, endlich, sind wir oben. Was für eine Aussicht!
Die Gipfelpause ist redlich verdient, und die warmen Sonnenstrahlen sind eine Wohltat, nachdem wir am Morgen in Skiunterwäsche aufgebrochen sind.
Tief unter uns liegt der Dove Lake, unser Ausgangspunkt.
Der Abstieg dauert erstaunlich lange, obwohl es nur knapp über 900 Höhenmeter sind, die uns vom Parkplatz trennen.
Fast geschafft… Endlich!
Erste Zeile, erfolgreich zurückgekehrt. It was awesome!