Die Campingsaison ist eröffnet!

Frühlingszeit ist Schnupfenzeit in Sydney, wenigstens für uns europäische „Weicheier“. Denn kaum steigen die Temperaturen, gehen die Australierinnen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und temperieren, wo’s nur geht. Soll heißen: Sie klimatisieren Innenräume auf 19 Grad, sitzen im Pulli im Büro und jammern darüber, dass der Sommer so lange auf sich warten ließe. Währenddessen scheint die Sonne draußen vom knallblauen Himmel, die Tage werden länger und im kurzen T-Shirt muss man aufpassen, dass man keinen Sonnenbrand bekommt. Wenn man morgens das Haus verlässt, dann ist die Luft angenehm warm, und tagsüber kraxelt das Thermometer auf 22-25 Grad Celsius. Doch wehe dem/der Ausländer/in, der vergisst, einen Pulli mit ins Büro zu bringen…

Weil der erste Campingausflug der Saison bereits lange geplant war, sitzen wir am Freitagabend im Auto, Ingrid niest und schnupft, und checkt noch einmal wie viele Decken wir eingepackt haben. Ein Leintuch für die aufblasbare Matratze, die kuschlige Vliesdecke, unseren warmen „Big Boy“ (ein Mega-Schlafsack für zwei) und eine Wolldecke. Dazu ein Winterpulli, ein langes T-Shirt, die Pyjamahose und eine Legging für drunter. Und natürlich unseren Gas-Mate, den Camping-Kochtop und eine ganze Packung Pfefferminztee.

Auf dem Caves Beach Parkplatz im Booderee National Park erwarten uns schon Junko und Bernard, unsere guten Freunde die uns beim Schleppen helfen. Denn der Campingplatz liegt zwar fast direkt am Meer und ganz idyllisch an einem Sumpf gelegen, aber halt 300 Meter vom Parkplatz entfernt, und Autozufahrt gibt’s hier nicht. Unser Zelt steht in Nullkommanix – langsam haben wir Übung – und nach einem Spaziergang am Strand beschließen wir, es für heute gut sein zu lassen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen flackert schließlich ein gemütliches Lagerfeuer (bzw. ein Feuer im Holzgrill, das seltsamerweise in allen Blau- und Grüntönen brennt) und wir genießen in der abstrahlenden Wärme unser köstliches Abendessen und gegrillte Marshmallows. Die Nacht wird wärmer als erwartet (die gute Vorbereitung hat sich gelohnt!) und vom Sumpf herüber tönt das Schlaflied, das uns tausende Frösche quaken. Und sie quaken tatsächlich die ganze Nacht! Was für eine Klangkulisse, zusammen mit den Vögeln die dann kurz vor dem Morgengrauen einstimmen, ist es so, als seien wir mitten im Dschungel.

Am Samstagmorgen trommeln uns die Känguruhs aus dem Schlaf, und wir teilen gerne unser Frühstück mit ihnen (vor allem weil uns Känguruhmama außergewöhnlich gute Ausblicke auf den Joey – das Babykänguruh – gewährt, der aus ihrem Beutel blinzelt). Wir brechen unsere Zelte ab, und machen uns auf den Weg zum unglaublichen Strand von Green Patch. Hierher haben wir schon einige unserer Gäste entführt, und trotzdem verschlägt es uns noch immer die Sprache: nichts als blau, türkis und weiß. Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, dann liegt es wahrscheinlich hier. Wir aalen uns in der Sonne, unsere Haut ist ganz warm (und sehr bald schon etwas rot), und wagen uns für einige ganz kurze Sekunden sogar in das klare, aber noch ziemlich kalte Wasser. Fahren dann wieder Richtung Sydney, lassen uns auf dem Zwischenstop in Berry, einem kleinen Farmerdörfchen im hügeligen Hinterland, Zimtdonuts schmecken und vergessen ganz, dass wir ja eigentlich richtig verschnupft sind. Natur tut einfach gut, vor allem, weil sie ganz und gar unklimatisiert ist!

Erste Amtshandlung am Campingplatz: Lagerfeuer machen. Noch brennt's nicht, aber wenigstens haben die Männer einen Grund anzustoßen.
Erste Amtshandlung am Campingplatz: Lagerfeuer machen. Noch brennt’s nicht, aber wenigstens haben die Männer einen Grund anzustoßen.
Währenddessen sind wir am Feuerholz sammeln. Klare Aufgabenverteilung...
Währenddessen sind wir am Feuerholz sammeln. Klare Aufgabenverteilung…
Am nächsten Morgen wecken uns die Känguruhs: Hey mate, wo ist mein Futter?
Am nächsten Morgen wecken uns die Känguruhs: Hey mate, wo ist mein Futter?
Yummy Banane, alles gut! Je süßer desto besser.
Yummy Banane, alles gut! Je süßer desto besser.
Noch hängt der Morgentau in den Spinnweben - aber es verspricht ein warmer Tag zu werden!
Noch hängt der Morgentau in den Spinnweben – aber es verspricht ein warmer und vor allem sonniger Tag zu werden!
Ein Morgenspaziergang vorm Frühstück geht sich aus... an einem wunderschönen einsamen Strand (nicht schwer um diese Uhrzeit)!
Ein Morgenspaziergang vorm Frühstück geht sich aus… an einem wunderschönen einsamen Strand (nicht schwer um diese Uhrzeit)!
Caves Beach heißt dieser Strand im Booderee National Park, der besonders bei Surfern beliebt ist.
Caves Beach heißt dieser Strand im Booderee National Park, der besonders bei Surfern beliebt ist.
Dann gibt's Frühstück, mit Pfefferminztee, Baked Beans und Banana Bread.
Dann gibt’s Frühstück, mit Pfefferminztee, Baked Beans und Banana Bread.
Nächste Station: Green Patch, nur wenige Kilometer entfernt. Blauer Himmel, türkises Wasser und weißer Sand...
Nächste Station: Green Patch, nur wenige Kilometer entfernt. Blauer Himmel, türkises Wasser und weißer Sand…
...animieren zum Schwimmen gehen. Obwohl das Wasser nur 17 Grad "warm" ist.
…animieren zum Schwimmen gehen. Obwohl das Wasser nur 17 Grad „warm“ ist.
Doch nicht nur vor uns am Wasser, sondern auch im Gebüsch hinter uns gibt's Sehenswertes: Zum Beispiel diesen kleinen gelben Vogel.
Doch nicht nur vor uns am Wasser, sondern auch im Gebüsch hinter uns gibt’s Sehenswertes: Zum Beispiel diesen kleinen gelben Vogel.
Und dieser kleine Drache macht das gleiche wie wir: Lässt sich die Sonne auf den Rücken brennen und genießt den Tag.
Und dieser kleine Drache macht das gleiche wie wir: Lässt sich die Sonne auf den Rücken brennen und genießt den Tag.
Auf dem vorletzten Zwischenstopp auf der Heimfahrt eröffnen sich nochmal wunderschöne Ausblicke! Ach du schöne Heimat!
Auf dem vorletzten Zwischenstopp auf der Heimfahrt eröffnen sich nochmal wunderschöne Ausblicke! Ach du schöne Heimat!

 

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